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Schöne Damen, edle Herren - Thüring von Ringoltingen, Melusina & Co.

Ausstellungen

Veranstaltungsdaten


SO 08.05.22 10.00 - SO 16.10.22 17.00

Veranstaltungsort


 Schloss Landshut/Schweizer Museum für Wild und Jagd
Schlossstrasse 17
3427 Utzenstorf

Veranstalter


 Schloss Landshut
Schlossstrasse 17
3427 Utzenstorf

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.schlosslandshut.ch
Telefon
032 665 40 27
Eine Reise in die Welt des Spätmittelalters. Ein Berner Rats- und Schlossherr, eine Wasserfee und eine technische Revolution, die bis heute Wellen warf, erstaunen und überrraschen uns!

Der Berner Ratsherr, Schultheiss und Landshuter Schlossherr Thüring von Ringoltingen (1415-1483) hat mit seiner kongenialen Übertragung des französischen Versromans «Mélusine ou la noble histoire des Lusignan» ins Deutsche einen mittelalterlichen Bestseller geschaffen. Sein Text wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder, oft mit prachtvollen Illustrationen versehen, neu aufgelegt.
Nachdem uns die letztjährige Sonderausstellung auf das Trefflichste in den Sagenstoff rund um die schöne Melusina und – über den illustrierten Basler Erstdruck von 1473/74 – ganz allgemein in die Zeit des Spätmittelalters eingeführt hat, wollen wir dies Jahr den Fokus etwas stärker den Kontext, die Lebenswelt des Übersetzers Thüring von Ringoltingen und die politischen und kulturellen Gegebenheiten im Bern des 15. Jahrhunderts richten.
Eine erweiterte Biografie führt ein in das Leben des Thüring von Ringoltingen. Wir können uns dabei mit der Berner Geschichte vertraut machen und Antworten auf einige Fragen finden. Was ist zum Beispiel ein Twingherr und welches sind seine Rechte und Pflichten? Worum ist es eigentlich im sogenannten Twingherrenstreit gegangen? Und auf welche Weise war der Landshuter Schloss- und Herrschaftsherr in diese Auseinandersetzung verwickelt?

Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in einer Zeit des Umbruchs und des Medienwandels. Die Erfindung Gutenbergs hat die Verbreitung von Schrifttum revolutioniert. Der Erstdruck des Melusina-Romans aus der Feder des Thüring von Ringoltingen hat ganz wesentlich zu der enormen Popularität des Stoffes beigetragen. Mit der Herstellung und Verbreitung gedruckter Bücher sind neue Leserkreise erschlossen worden, der einst höfische Roman des Hochmittelalters wurde zur weit verbreiteten Lektüre neuer Schichten.
Interessant ist hierbei die Beobachtung, dass bis nach 1500 gedruckte und handgeschriebene Bücher und Texte fast gleichwertig nebeneinander bestehen. Die Ausstellung zeigt dies an einem bedeutenden Beispiel, nämlich an der wunderschön illustrierten Papierhandschrift des «Berner Parzival». Die berühmte Gralsgeschichte um Parzival und die sagenhaften Ritter der Tafelrunde von König Artus, hat Wolfram von Eschenbach zwischen 1200 und 1210 verfasst.
Auch dieser Roman wurde, wie der Melusina-Stoff, vielfach abgeschrieben und gedruckt. Der Berner Ratsherr Jörg Friburger (?-1513), ein Ratskollege des Thüring von Ringoltingen, hat, für sein ganz privates Lesevergnügen, den Parzival-Roman um 1467 in einer Konstanzer Schreibwerkstatt abschreiben und illustrieren lassen. Durch glückliche Fügung ist diese Handschrift erhalten geblieben und wird heute in der Burgerbibliothek Bern aufbewahrt. Ein Vergleich zwischen dem Erstdruck der Melusina-Geschichte und der Parzival-Handschrift lohnt sich und fördert Überraschendes zutage.

Ein reichhaltiges Programm mit Führungen und Vorträgen begleitet die Sonderausstellung.


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