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Ein guter Mensch

Bühne

Veranstaltungsdaten


Nicht vorhanden

Veranstaltungsort


 Tojo Theater Reitschule Bern
Neubrückstrasse 8
3001 Bern

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.gregorschaller.ch
Vorverkauf (Webseite)
 www.tojo.ch
Von Gregor Schaller und Dirk Vittinghoff. Dem Fass auf der Bühne entsteigt der moderne Diogenes. Er findet in allem einen Sinn und erträgt auch das Unerträgliche. Aber ist er auch ein guter Mensch?

Spiel, Text: Gregor Schaller. Regie, Text: Dirk Vittinghoff. Bühnentechnik: Markus Schrag. Licht: Lola Rosarot. Kostüme: Myriam de Wurstemberger.

Auf der Bühne steht das Fass von Diogenes – ein 400 Liter-Müllcontainer. Langsam hebt sich der Deckel. Ein Mann mit selbstgemachten Kleidern, der an einen Einsiedler erinnert, spielt den Anfang der Fuge/Toccata in D-Moll von J.S. Bach. Dieses Stück wird grossartig! Es scheint, als vereine sich die Weisheit der Antike mit modernem ökologischem Lifestyle und klassische Hochkultur mit sympathischer Bescheidenheit. Da steht ein Mann auf der Bühne, den man als Heiligen bezeichnen möchte. Er ist pragmatisch modern und gibt den Zuschauenden Tipps, wie man aus einer toten Katze eine Handtasche anfertigen kann. Er weiss, wie man aus Fischlaich und Altpapier einen Lampenschirm herstellt. Er kann alle Fragen beantworten und alle Nöte lindern. Er findet in allem einen Sinn und erträgt auch das Unerträgliche: Krebs, Pilzbefall und Darmverschluss sind seine Freunde.

Der Schauspieler Gregor Schaller und der Regisseur Dirk Vittinghoff gehen im Stück «Ein guter Mensch» der Frage nach, was ein guter Mensch eigentlich ist. Doch wer diese Frage stellt, muss unweigerlich daran scheitern. Und genau das tun die beiden, ohne sich darüber lustig zu machen. Kein gesunder und sozial integrierter Mensch kommt an dem Thema vorbei und eigentlich sind doch alle dauernd mehr oder weniger subtil damit beschäftigt, dem Umfeld klarzumachen, dass sie gute Menschen sind. Als empathische Wesen scheinen alle dazu verdammt zu sein, zwischen Gut und Böse unterscheiden zu müssen. In allen Religionen und für viele Philosoph*innen nimmt diese Frage einen zentralen Platz ein. Sind sie alle auf dem falschen Dampfer? Das Thema ist uralt, immens in seiner Dimension und voller Widersprüche. Schlussendlich gelangt der Schauspieler an den Punkt, an dem er gar kein guter Mensch mehr sein will. Er entdeckt, dass es genau die guten Menschen sind, die man am leichtesten manipulieren und unterdrücken kann. Vielleicht sollten die Kategorien „gut“ und „böse“ überwunden werden und in eine andere Dimension vorstossen?

Dirk Vittinghoff ist bekannt für seine herausfordernden Inszenierungen. Auch in diesem Stück lässt er dem Publikum keine Ruhe und konfrontiert es mit seinen eigenen Widersprüchen, indem er unerwartete Wendungen schafft und so die Zuschauer*innen aus der Komfortzone lockt. Gregor Schaller setzt das mit einer gewissen Unschuld und Ahnungslosigkeit um, ohne dabei die Ernsthaftigkeit des Themas zu verraten oder ironisch zu werden. «Ein guter Mensch» birgt einiges an Zündstoff. Es wird kein Abend sein, der die Zuschauer*innen kalt lässt. Wer sich in der Kuschelecke des Schönen und Guten eingerichtet hat, wird eingeladen, seine Ideologien und Perspektiven für einen Moment zu verlassen, und sich vorzustellen, was jenseits der Moral liegt.


Medien


 ein_guter_mensch_schaller_vittinghoff_tojo_text_bios.pdf

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