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Bei der Arbeit im Testzentrum.© Gurtenfestival

Testen statt festen

Innerhalb von einer Woche stampften Lena Fischer und das Kernteam des Gurtenfestivals ein Corona-Testzentrum aus dem Boden. Am Werk sind dort viele Kulturschaffende.

Nach einem Anruf des Kantons Bern mit der Anfrage, ob sie Kapazität hätten, ein Corona-Schnelltestzentrum aufzubauen, endete die Arbeits-Zwangspause des Gurtenfestival- Kernteams abrupt: «Nach einem Tag Bedenkzeit haben wir eingewilligt. Ausgenommen vom medizinischen Teil ist der Aufbau eines Testzentrums und dessen Container mit dem eines Festivals durchaus vergleichbar», sagt Lena Fischer, Presseverantwortliche der Gurtenfestival AG. 

Rund eine Woche später wurden dann am 9. November bereits die ersten Personen per Drive-in auf COVID-19 getestet. «Natürlich ist der Aufbau eines Testzentrums etwas ganz anderes, als einem Festival entgegenzufiebern. Dennoch hat er gut getan: Erstens, weil wir etwas zu tun hatten, zweitens war es ein gutes Gefühl, dass wir mit unserer Arbeit etwas Sinnvolles tun.» Nun ist Fischer und ihr Team für die Betriebsleitung des Zentrums auf dem Parkplatz des Belper Giessenbads in der Nähe des Flughafens zuständig. Nebst dem Aufbau stammt auch die Programmierung der Software aus der eigenen Feder, ebenfalls rekrutierten sie das Personal.

Kulturschaffende in Containern

Nebst Mitarbeitenden des Gurtenfestivals, etwa von der Bar, sind in den Containern auch diverse Kulturschaffende am Werk, die aufgrund des Veranstaltungsverbots nicht arbeiten können oder auf Kurzarbeit sind. Die Teams bestünden aus drei Personen pro Container, die Stimmung sei gut. «Manchmal vergesse ich fast, dass es sich um ein sehr ernstes Thema handelt», so Fischer. Die positive Atmosphäre rühre auch daher, dass Risikogruppen zum Labortest statt zum Schnelltest müssten, weil dort das Resultat noch zuverlässiger sei. «Zu uns kommen also eher jüngere Menschen mit Symptome seit maximal vier Tagen.» Eine Mitarbeiterin, die normalerweise in einem grossen Berner Kulturbetrieb arbeitet und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, schätze vor allem die Flexibilität bezüglich des Arbeitspensums und lobt die gute Organisation.

Gurtenfestival auf wackligen Beinen

Auf wackeligen Beinen stehe die nächste Ausgabe des Gurtenfestivals. «Wir machen uns bereit, soweit es geht. Das Programm steht, zwei Drittel der Bands der letzten Ausgabe würden im nächsten Jahr auftreten», so Fischer. Doch der Vorverkauf, der normalerweise bereits gestartet hätte, werde vorerst nach hinten verschoben.

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