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Wohltuend lapidar über den Tod: Arminio.© MarioDondero

Mehr als letzte Zeilen

Im Büchlein «Postkarten von den Toten» findet der Poet Franco Arminio wohltuende und humorvolle Worte rund um den Tod.

«Alles wegen einer Kuh, die in der Nacht mitten auf der Autobahn stand.» Was Tote sagen würden über ihren eigenen Abgang, über ihre Beerdigung oder über den Tod an sich – das alles versammelt sich in den Zeilen des süditalienischen Poeten Franco Arminio, die viel mehr sind als blosse letzte Zeilen. In «Postkarten» oder in «Erzählungen in einem Atemzug» schafft er ganze Charaktere und tiefschürfende Lebensrückblicke. Es ist absolut wohltuend, für einmal keine verstiegenen oder überhöhten Floskeln rund um den Tod zu lesen, sondern lapidare, teils humorvolle oder abgeklärte, wie diese hier: «Ich war Priester. Ehrlich gesagt, vom Tod hatte ich etwas mehr erwartet.»

Manchmal kann man sie fast hören, die nun hier auf dem Dorffriedhof weitertratschen. Oder man sieht förmlich die in Italien üblichen Grabesbilder: «Ich gehöre zu jenen, die auf dem Grabstein einen langen Schnurrbart haben, mit gezwirbelten Enden. Ich erinnere mich nicht einmal, woran ich gestorben bin.» «Postkarten von den Toten» heisst das wundervolle Büchlein, das der Berner Autor Res Brandenberger mit seiner Frau Anita Rüegsegger entdeckt und im eigenen Verlag Allenfalls auf Deutsch herausgegeben hat.

Franco Arminio, «Postkarten von den Toten»
www.allenfalls.ch

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