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Gute Anekdote, übles Malheur: Der Dürrenmatt-Darsteller und der Hundehaufen © ZVG

Dürrenmatts Hochs und Tiefs

«Labyrinth Dürrenmatt», der neue Rundgang von StattLand, führt durch Berns Gassen und Gässchen an Orte, die vom Leben und Werk des Autors erzählen.

Veranstaltungsdaten

SO 20.06.2021 14.00

Bern sei für Dürrenmatt nur zu bewältigen gewesen, indem es zu seinem Stoff wurde, wird zu Beginn der Tour erklärt. Aufgewachsen auf dem Lande, fiel ihm der Umzug in die Hauptstadt vorerst nicht leicht. Aber Bern wurde schnell wichtig für den Dramatiker: Hier begann er zu schreiben und wurde zum weltbekannten Literaten. Und in vielen Werken lassen sich Orte, 
Namen und Bezüge zur Stadt finden.

Der szenische Rundgang beginnt am Kopf der Kirchenfeldbrücke und führt zu Schauplätzen seines Lebens. Dabei kommt Dürrenmatt selbst zu Wort, etwa über eingespielte Original-Aufnahmen, mittels Lesungen von Sprecherin Kathrin Hiss oder verkörpert von Schauspieler Lukas Baumann.

 

Dürrenmatts Ausrutscher

«Sie könnte jederzeit und vor allem beim Überschreiten einstürzen», schrieb Dürrenmatt 1943 über die Kirchenfeldbrücke. «Und doch zog er sie trotzdem der stabilen, aber langweiligen Nydeggbrücke vor», so die Sprecherin. Dieser Übergang ins Kirchenfeld fand mehrfach Eingang in Dürrenmatts Erzählungen, etwa in «Die Brücke» (Turmbau, 1998).

Plötzlich rutscht der Schauspieler aus. Unsanft fällt er auf den nassen Boden - und erzählt eine Anekdote zu Dürrenmatt, die dessen Vorliebe fürs Groteske betont: Als dieser während seinen Studienjahren einmal geschwind den Casino-Platz überquerte, sah er einem Gärtner zu, der die Platanen schnitt. Der Gärtner wiederum 
beobachtete Dürrenmatt, der just in diesem Moment auf einem Hundehaufen ausglitt und auf den Hintern fiel. Zwei Stunden später kehrte Dürrenmatt über den Casino-Platz zurück und rutschte ein zweites Mal auf demselben Hundedreck aus. Im Blick des Gärtners, der immer noch die Platanen schnitt, habe sich ihm «seine eigene Lächerlichkeit offenbart».

Hinab in den Tunnel

Halt macht der StattLand-Rundgang auch auf der steilen Fricktreppe. Dürrenmatt und seine Ehefrau Lotti haben sich auf dieser Treppe verliebt. Gleichzeitig dient die Treppe als Sinnbild für Dürrenmatts berühmte Kurzgeschichte «Der Tunnel» (1952), in der ein Zug in ungeheuerlicher Geschwindigkeit aufs Nichts zurast. Am Ende des Rundgangs, wieder zurück bei der Kirchenfeldbrücke, die noch immer nicht einstürzen mag, rundet eine Schau seiner Malereien den Einblick in sein breites Schaffen ab. 

 

Events zu diesem Artikel

Worte

Stadtrundgang: Labyrinth Dürrenmatt

Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt taucht das Publikum in das Werk des berühmten Schriftstellers ein. Figuren, Schauplätze und Biografie erwachen in «Labyrinth Dürrenmatt» zum Leben.  Ecke Bundesterasse / Münzrain, Bern 20.06.2021, 14.00

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