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Pegelstand

von Madeleine Corbat
© Rodja Galli, a259

Madeleine Corbat

Madeleine Corbat ist Produzentin bei Recycled Tv in Bern und Präsidentin des Vereins Cinéville / Kino Rex.

Solidarität ist das Zauberwort der Stunde, Solidarität mit den älteren Menschen, mit Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, und Solidarität mit den Menschen, die im Gesundheitswesen Unglaubliches leisten.  Um sie, es ist längst bekannt, muss es in erster Linie gehen.

Doch die Solidarität wird in den nächsten Wochen und Monaten noch viel weiter greifen müssen, auch in die Kultur- und Eventbranche, die ein wichtiger Arbeitgeber ist. Und, die Solidarität beginnt jetzt. Wer ein Ticket für ein Konzert, ein Theater, eine Lesung gekauft hat, gibt es nicht zurück, sondern belässt den Veranstalterinnen und Veranstaltern die Einnahmen. Sie werden in nächster Zeit keine mehr haben. Und Sie, das Publikum, werden in nächster Zeit Geld sparen – da müsste eine solche «Spende» mehr als möglich sein.

Wer nun zu Hause sitzt und Filme streamt, Musik hört: Vergessen Sie die einheimische Produktion nicht, schauen Sie sich Schweizer Filme an, lesen Sie Bücher von einheimischen Autorinnen und Autoren, hören Sie Schweizer Musik, schreiben Sie an Ihre Radiostation eine Mail: Schweizer Musik spielen! So steigen wenigstens die Abgaben an die Künstlerinnen und Künstler ein wenig an. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender, für die sich die Kulturschaffenden anlässlich der No-Billag-Abstimmung unkompliziert und solidarisch eingesetzt hatten, könnten sich jetzt mit mehr CH im Programm ein wenig revanchieren. 

Natürlich ist auch der Bund gefordert, der Kulturbranche finanziell beizustehen, erste Diskussionen haben stattgefunden, das Bewusstsein scheint vorhanden zu sein. Einmal mehr muss allen klar sein, dass viele Arbeitsplätze in der Schweiz in der Kulturwirtschaft existieren oder von ihr abhängig sind.

Schliesslich sollte man bei all der (schweizerischen) Solidarität andere nicht vergessen: Jene etwa mit den geflüchteten Menschen auf Lesbos, die schon vor der Corona-Krise unter schrecklichen Umständen leben mussten. Schwer erträglich die Vorstellung, was mit ihnen in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird.  

 


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