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Pegelstand

von Sibylle Heiniger
© Rodja Galli, a259

Sibylle Heiniger

Sibylle Heiniger ist Regisseurin, Produzentin und Vorstandsmitglied von ACT Bern, dem Berufsverband der freien Theaterschaffenden. Sie liebt die Aare (vor allem im Sommer) und gute Bücher (immer). Illustration: Rodja Galli, a259

Jetzt sind wieder Handschuhe und Mütze angesagt. Die mir Richtung Innenstadt überall entgegen zwinkernde Weihnachtsbeleuchtung trägt auch nicht dazu bei, mich zu erwärmen. Im Gegenteil, sie erinnert mich daran, dass die Tage nun viel zu kurz und ich auf Glühwein allergisch bin, dass ich auch dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke machen werde, weder gebastelt noch gekauft. Mit einer Ausnahme: Ich beschenke «meine» Kinder in der Adventszeit, indem ich sie ins Theater schleppe. Ob sie wollen oder nicht. Das ist, zugegeben, eigennützige, private Kulturvermittlung.

Das Berner Angebot ist gross genug und die Adventswochenenden sind flugs verplant. Ich kann die Kinderklassiker besuchen gehen. Am Konzert Theater Bern wird «Krabat» gezeigt, «Pinocchio» im Theater Szene, «Die kleine Hexe» auf der Jungen Bühne und «D’Wienachtsgschicht» im Berner Puppentheater. Und die ganz Kleinen kommen mit ins Theater Matte zu «Das kleine Ich bin Ich» oder zu «Munterbunt» an einem der Kindersonntage des Schlachthaus Theaters. Und weil es letztes Jahr so lustig war, plane ich wieder einen Nachmittag mit «Schnuder-Gäng» in der La Cappella ein. Nicht fehlen darf ein Abstecher ins Tojo Theater der Reitschule; auch hier werden Stücke für Kinder gezeigt.

Und davor werde ich abstimmen. Und dabei das Budget 2018 der Stadt Bern annehmen. Für das kommende Jahr sind höhere Auslagen vorgesehen. Zum Beispiel zusätzliche Aufwände in der Kulturvermittlung und der Kulturpädagogik, heisst es. Dann muss ich mir für nächsten Advent vielleicht nicht mehr all die Kindertheater selbst zusammen suchen, sondern werde über eine neue Plattform mit den nötigen Informationen eingedeckt.

Und hoffentlich besteht Kulturvermittlung nicht nur aus Rahmen-Informations-Einführungs-Diskussions-Runden für die Erwachsenen, draussen bei einem Glas Glühwein. Ich gehe lieber mit den Kindern rein, ins Theater. Und diskutiere mit ihnen über das Theater nach dem Theater - an der Wärme, beim Sirup.


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