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Pegelstand

von Manuel C. Widmer
© Rodja Galli, a259

Manuel C. Widmer

Manuel C. Widmer ist Primarlehrer, Stadtrat (GFL), als plattenleger mcw (Zweitklass-)DJ in diversen Berner Klubs und als YB-Fan auch an Fussballkultur interessiert. Er ist leidenschaftlicher Koch und Vorstand der IG Nachtleben. Illustration: Rodja Galli, a259

Der Sommer neigt sich dem Ende zu – Zeit für eine erste Bilanz. Er war in der Hauptstadt reich befrachtet. Es gab um die Aareschlaufe noch nie so viele Strassen- und Quartierfeste, Partys und Kinos unter freiem Himmel, Mini- oder Midi-Festivals, Tanzveranstaltungen, Spon­tan-Bars und Food-Festivals zu besuchen. Ja, sogar der un­scheinbare Loryplatz wurde mit einem Bistro belebt. Bern scheint tatsächlich etwas mediterraner geworden zu sein. Zumal wir Bernerinnen und Berner dieses Prädikat ja bereits dann verwenden, wenn sich im Sommer irgendetwas irgendwo ein bisschen mehr bewegt als die Glut im Grill auf dem Balkon.

Bern als pulsierende Stadt? Als urbanes Gebilde, in dem nicht mehr nur Gastarbeiter lauschige oder rauschende Feste zu feiern wissen? 2017 scheint es, als hätte jemand einen gordischen Knoten durchgeschnitten – oder zumindest gelockert.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher all dieser Veranstaltungen zeigen, dass das Zusammenkommen, Zusammensein und zusammen Festen ein grosses Bedürfnis zu sein scheint. Der öffentliche Raum wird von der Öffentlichkeit einvernahmt und genutzt. In den Köpfen hat ein Wandel stattgefunden, der sich in gut besuchten, farbigen, vielfältigen gastronomischen und kulturellen Veranstaltungen manifestiert.

Das alleine aber reicht nicht. Der Umschwung kann nicht nur in der Bevölkerung stattfinden. Auch die Verwaltung, die letztendlich all diese Events bewilligen kann, darf oder muss mitspielen. Hier hat in den letzten Jahren ein Kulturwandel stattgefunden. Zurecht hat der Leiter der Gewerbepolizei, Marc Heeb, die Auszeichnung «GastroBär 2017» erhalten. Mit seiner innovativen, umsichtigen und ruhigen Art hat er gezeigt, dass Veränderungen möglich sind, wenn man daran glaubt und konstruktiv das Gespräch mit allen Beteiligten sucht. Um im Sommer in Bern zu feiern, muss man heute nicht mehr «Italiener wärde», wie Züri West singen. Offen sein für Neues reicht.


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