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Off the Record

von Thierry Gnahoré
© Olivia von Wattenwyl/Blackyard

Thierry Gnahoré

Thierry Gnahoré wuchs in Niederscherli auf und lebt heute in Biel. Als Nativ macht er Rap mit Lyrics, die von Rassismus, Revolte und vom Schwarzsein handeln. Was in seinen Tracks keine Erwähnung findet, schreibt er hier off-the-record auf.

Nach zwei Jahren voller Pandemie, Lockdowns, Zertifikatspflicht und viel zu wenig Dialog, Kunst und Begegnung, gab es am Bärner Stadtfescht einiges nachzuholen. Von Freitag bis Sonntag gehörte die Berner Innenstadt der 
Musik, der Kultur und den Menschen. 
Während ich diese Kolumne verfasse, bin ich immer noch übernächtigt und überwältigt. Ich hatte die Ehre, den allerletzten Slot am Samstag auf dem Kornhausplatz zu spielen und bin unglaublich dankbar dafür.

Es war unfassbar, die Berner*innen wieder zusammen zu sehen, sie die Kultur geniessen zu sehen. Für einen kurzen Moment vergassen wir alle unsere alltäglichen Struggles. Klar, geschenkt, die Welt brennt, vieles läuft falsch. Aber gefühlt 2500 Menschen vor mir zu sehen, die alle ein glückliches Gesicht hatten, stimmt mich hoffnungsvoll.

Und umso mehr zeigt es mir, was Kunst und Kultur können. Es zeigt mir auch, dass die Berner*innen ein grosses Kultur-angebot zu feiern wissen. So spielten neben mir dieses Wochenende 32 Künstler*innen und Bands, die Stimmung war gelöst und angstfrei. Auch dank der Sicherheitsleute, die dafür sorgten, dass auf dem vollgestopften Kornhausplatz keine Massenpanik ausbrach. Und doch merkte ich: Der Hunger nach und die Lust auf Kultur 
waren so gross, dass ich doch manchmal das Tempo auf der Bühne rausnehmen musste, damit sich alle sicher fühlten und es auch blieben. Was für ein Konzert, was für ein Wochenende. Danke Bern. Danke euch Berner*innen. Und bis spätestens beim nächsten Bärner Stadtfescht.

Illu: Olivia von Wattenwyl, Blackyard


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