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Andreas Tschopp (l.) und das Jazz-Quintett Bubaran präsentieren ihr neues Album «Tumbuk».© Tatjana Rüegsegger
BeJazz Club in den Vidmarhallen, Liebefeld

«Wir sind ein Treffpunkt unterschiedlicher Universen»

Andreas Tschopp und sein Jazz-Quintett Bubaran haben gerade ihr neues Album «Tumbuk» veröffentlicht. Darin lassen sie sich, wie im Vorgängeralbum, von der indonesischen Gamelan-Musik inspirieren. Bei BeJazz präsentieren Sie ihr neues Werk.

Herr Tschopp, für ihr zweites Album «Tumbuk» mit dem Quintett Bubaran haben Sie sich wie zuvor schon von der indonesischen Gamelan-Musik inspirieren lassen. Wie kam es dazu?
Ich habe sie vor einigen Jahren in einem Plattenladen entdeckt. Die Musik hat mich vom ersten Ton an in ihren Bann gezogen. Sie war nicht so wohltemperiert, wie wir es uns gewohnt sind, klanglich hat mir das sehr gefallen. Deshalb habe ich mir gleich eine Platte gekauft und zuhause immer wieder abgespielt. So kam dann auch die Idee, diese Klangwelten in mein musikalisches Universum zu integrieren.

Gamelan-Musik beinhaltet viele Instrumente sowie metallische Glocken- oder Xylophon-Klänge. Wie soll das mit einem Jazz-Quintett gehen?
Wir wollen gar keine Gamelan­Musik machen. Vielmehr nehmen wir uns die Freiheit, klangliche Phänomene, die mir gefallen, in einen Jazz-Kontext einzubringen. Deshalb gehört viel Improvisation dazu. Teilweise stimmen wir für einige Stücke unsere Ins­trumente absichtlich anders ein. Denn in der Gamelan-Musik sind auch die Tonleitern anders, was wir einbringen wollen. Wir sind aber eine Jazz-Band mit einer etwas anderen Instrumentierung: drei Bläser, ein Schlagzeug und eine Gitarre. Mit dieser speziellen Kombination können wir, wie in der Gamelan-Musik, mikrotonale Reibungen erzeugen. Durch die drei Bläser integrieren wir die metallischen Klänge statt mit dem Xylophon.

Was bedeutet «Tumbuk», der Name Ihres neuen Albums?
Es ist ein Begriff der Gamelan-Musik, der einen Treffpunkt in Stücken meint, in denen die eine Tonleiter in eine andere fortgeführt wird. Das passt natürlich zu uns, weil wir sozusagen auch ein Treffpunkt unterschiedlicher musikalischer Universen sind.

Ein Stück auf ihrem Album heisst «Tirta Sari», worauf bezieht sich das?
Ich war auch selber in Indonesien und habe auf der Insel Bali eines Abends eines meiner Lieblings-Gamelan-Orchester gehört, das Tirta Sari heisst. Es war ein sehr virtuoses Konzert und klanglich extrem spannend. Dazu kam noch die jeweils dazugehörige traditionelle Tanzaufführung. Das Stück ist eine Hommage und beschreibt sozusagen meine Gefühlslage des Abends.

Haben Sie selber dort auch Gamelan-Musik gespielt?
Ja, ich habe dort nach einem Lehrer gesucht, und dann auch einen gefunden. Er nahm mich auf seinem «Töffli» mit zu einem Instrumentarium, wo ich viel durch Vor- und Nachspielen gelernt habe.

Warum nennt sich Bubaran ein «Taschen-Kammerorchester»?
Wir sind kein klassisch besetztes Jazz-Quintett, dies ist eigentlich ein grosser Teil der Identität von Bubaran. Das gibt es auch noch nicht so lange in der Jazzwelt, vielleicht so zwei Jahrzehnte, dass sich untypische Instrumentierungen etablieren. Dazu kommt unsere Kammer-Klangpalette, durch die nicht sofort klar ist, dass wir Jazz spielen.

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