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McNeely hat zu Klee komponiert.© ZVG
Bierhübeli, Bern

«Wir feuern uns selbst an»

Der Pianist Philip Henzi leitet das im Livestream übertragene Konzert des Swiss Jazz Orchestra aus dem Bierhübeli. Mit der «Berner Kulturagenda» spricht er über vermisstes Publikum, schwer umsetzbare Schutzmassnahmen und die Tragweite des Dranbleibens.

 

Er arbeitete mit Musiklegenden wie Chet Baker oder John Scofield, unterrichtet an der Manhattan School of Music und ist Chefdirigent der hr-Bigband des hessischen Rundfunks: Der 1949 in Chicago geborene Pianist und Komponist Jim McNeely wird von der Presse als Ausnahme­talent gehandelt, seine Kompositionen als «berauschend» («New York Times») und sein Pianospiel als «eloquent genug, um tiefgründig zu sein» («DownBeat») bezeichnet.

2006 komponierte McNeely für das Swiss Jazz Orchestra (SJO), eine der umtriebigsten professionellen Bigbands der Schweiz, acht Stücke zu acht Bildern von Paul Klee. Nun spielt das SJO, das normalerweise jeden Montag im Bierhübeli ein Konzert gibt, in einem Livestream-Konzert einige dieser Stücke. Sie stammen vom Album «Paul Klee – SJO & Jim McNeely», mit dem das SJO damals internationale Bekanntheit erlangte.

Stimmung kommt auf

«Klar fehlt uns das Publikum. Momentan feuern wir uns selbst an und die Techniker applaudieren zwischen den Stücken, so kommt doch ein wenig Stimmung auf», sagt Philip Henzi, Pianist und musikalischer Leiter des Konzerts. Im Einsatz seien mehrere Kameras, welche die 16 bis 19 Musikerinnen und Musiker filmen.

Abstand auf der Bühne

Es gilt wegen der beträchtlichen Anzahl Personen auch etliche Schutzmassnahmen einzuhalten: «Wegen der Abstandsregelung mussten wir die Bühne mit zusätzlichen Elementen erweitern, da die Saxofonisten sonst nicht mehr draufgepasst hätten», sagt Henzi. Diese Gegebenheit mache es teilweise schwierig, einen kompakten Sound hinzukriegen. «In jenem Bereich lernen wir dazu und werden von Mal zu Mal besser», so Henzi.

Zwar ersetzten Livestreams natürlich keine Konzerte, doch für Henzi sind sie dennoch bedeutend: «Es war zwar nicht von Beginn an klar, was, doch für uns war es wichtig, etwas zu machen. Mit einem Stream begaben wir uns auf komplettes Neuland. Doch nun gibt uns diese Möglichkeit und das konstante Dranbleiben ein gutes Gefühl.»

 

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