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Das Tabula Musica Orchester reizt beim Spielen von Trent Reznors Musik die Grenze zwischen Spannung und Auflösung aus.© Ruben Holliger
BeJazz Club in den Vidmarhallen, Liebefeld

Spiel mit Harmonie und Disharmonie

«Paradise Circus» nennt sich das Programm, mit dem das inklusive Orchester Tabula Musica bei BeJazz gastiert. Bei ihren zeitgenössisch-klassischen Arrangements und den Trip-Hop-Stücken kommen auch musiktechnologische Instrumente zum Einsatz.

Wenn Denis Huna über «Jungle Shadow» spricht, dann leuchten seine Augen. Der musikalische Leiter des Orchesters Tabula Musica sitzt im Restaurant Le Beizli in den Vidmarhallen, wo sich der Probenraum befindet. Huna hat in seiner Heimat Nordmazedonien mit dem Komponisten Kiril Džajkovski zusammengearbeitet. Das treibende «Drum and Bass»-Stück «Jungle Shadow» etwa bringt traditionelle Instrumente wie Klarinette und Trompete mit elektronischen Instrumenten zusammen.

Huna hat die Komposition für sein Orchester arrangiert, das Musiker*innen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenbringt. Dazu integriert der studierte Violinist Huna musiktechnologische Instrumente wie den Soundbeam oder Skoog ins Stück. Diese können auf einfache Bewegungen oder Berührungen programmiert werden. Die sogenannte Accessible Music Technology ist durch ihr Design zugänglicher als es traditionelle Instrumente wie Geige oder Klavier sind.

Auf den Ton kommt es an

Wenn er Musik für das Orchester aussucht, passt Huna die Stücke den Möglichkeiten der Spieler*innen an, ohne dabei den Sound des Originals aus den Ohren zu verlieren. Leider werde dieses inklusive Konzept von anderen Orchestern noch kaum wahrgenommen, erzählt Huna am Treffen. Warum das Potenzial dieser universellen Technik noch nicht öfter genutzt wird, ist ihm schleierhaft. Ihm haben es besonders Werke des US-Multiinstrumentalisten Trent Reznor angetan, der unter anderem mit dem Projekt Nine Inch Nails und diversen Filmvertonungen bekannt wurde. In seinen oft minimalistischen Kompositionen schafft er schnelle Wechsel von harmonischen und disharmonischen Klangbildern. Das ermöglicht den Spieler*innen, die Grenzen zwischen Spannung und Auflösung auszudehnen. «Jedes einzelne Instrument und jeder einzelne Ton spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Denn mit einer einzigen Tonalität kann die Stimmung von traurig zu glücklich kippen und umgekehrt», erklärt Huna.

Insgesamt sieben Stücke von klassischen zeitgenössischen Kompositionen bis hin zu experimentellen Arrangements spielt das Orchester bei BeJazz. Zwei davon werden von der französischen Sängerin Noémie Pichon begleitet, etwa die Neuvertonung von Massive Attacks «Paradise Circus», nach dem auch das Konzert benannt ist.

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