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Blueskönigin Shemekia Copeland eröffnet das Internationale Jazzfestival Bern. © Mike White
Marians Jazzroom, Bern

Sie kämpft mit Blues

Das Internationale Jazzfestival Bern geht mit der diesjährigen Ausgabe in die 47. Runde und präsentiert über 200 Einzelkonzerte renommierter Musiker*innen. Den Auftakt macht die US-Sängerin Shemekia Copeland mit kräftigem Blues, der aufwühlt.

«Ain’t got time for hate»: Diesen Satz schmettert Shemekia Copeland mit wuchtiger Stimme im gleichnamigen Song auf dem 2018 erschienenen Album «Americas Child» den Hörer*innen entgegen. «Schwarz und weiss, braun oder hellbraun. Jede Frau. Kind und Mann. Reich oder arm. Homo- und heterosexuell. Wir haben keine Zeit für Hass.»

Eine, die Respekt fordert

Die Texte der US-Sängerin sind durchdrungen von Statements gegen das Wiederaufleben rassistischer und sexistischer Bewegungen in den Ver­einigten Staaten, das sie insbesondere seit der Präsidentschaft Donald Trumps beobachtet. Noch direkter wird Copeland in «Would you take my blood?». Darin fragt sie eine weisse rassistische Person, ob diese ihr Blut in die Venen übertragen lassen würde, wenn sie auf eine Transfusion angewiesen wäre. «Tausendmal wurde mir deutlich gemacht, dass ich nicht zur gleichen Sorte Mensch gehöre. Aber wenn dein Leben schnell schwinden würde, dein nächster Atemzug dein letzter wäre», fragt sie rhetorisch, «würdest du mein Blut nehmen?»

In Rhythmus und Tempo des Liedes liegt eine grüblerische Qualität, die sich nach und nach zu einem kraftvollen Protest wandelt und insbesondere in den letzten anderthalb Minuten Copelands enorme Stimmgewalt unter Beweis stellt. Auch auf ihrem 2020 veröffentlichten Album mit dem Titel «Uncivil War» erkundet die Bluesartistin persönliche und politische Kämpfe und Erfolge.

Kind Amerikas

Copeland ist die Tochter des Blues­-Entertainers und Gitarristen Johnny Copeland und stand bereits im Kindesalter im berühmten Cotton Club in ihrer Geburtsstadt New York City auf der Bühne. Erfolgreich etablierte sie sich in der männerdominierten Bluesszene und teilte die Bühne etwa mit B. B. King und Mick Jagger, um auf Einladung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama im Weissen Haus ein Konzert zu geben. Copeland erinnert an Soullegenden wie Etta James, Koko Taylor oder Ruth Brown, wirkt dabei aber zeitlos. Unterstützt von den US-Musikern Arthur Neilson und Ken «Willie» Scandlyn an den Gitarren, Bassist Kevin Jenkins und Schlagzeuger Robin Gould kommt die Blueskönigin für eine Reihe intimer Konzerte nach Bern in den Marians Jazzroom und gibt so den Auftakt zum diesjährigen Internationalen Jazzfestival Bern.

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