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Sie machen nimmermüde, beglückende Weltmusik: Yīn Yīn. © ZVG
Schadaugärtnerei, Thun

Knusprige Weltmusik

Die Band Yīn Yīn ist musikgewordene Frohlockung. Zu hören und zu sehen ist sie am Eröffnungsabend der Schadaukonzerte vom Mokka. In alten Videospielen hört man sie oft: diese scheppernden, zerknüllten Melodien, welche dissonant fröhlich durch die virtuelle Szenerie begleiten. Den limitierenden Produktionsmöglichkeiten der 80er-Jahre geschuldet, war diese Klangfarbe eine, die es hinzunehmen galt. Die niederländische Band Yīn Yīn jedoch ist eine aktuelle und greift trotzdem gerne auf diese Ästhetik zurück – dank dem Audio­Effekt «Bitcrusher» ein Leichtes –, um ihrer nimmermüden Weltmusik eine klangliche Retrospektive zu verleihen (so gehört unter anderem in «Chông Ky»). Gesang gibt es in dieser beglückenden Weltmusik kaum. Und wenn doch, dann wird er mindestens durch den Vocoder geschleust.

Für den Post-Lockdown-Hunger


Mit ihrem Debüt «The Rabbit That Hunts Tigers» haben die vier das musikalische Jahr 2019 begleitet, diesen Sommer folgten zwei Singles. Müsste ein Vergleich her, dann sicher der mit der amerikanischen Band Khruangbin, die mit Gitarre, Bass und hippen Beats ebenfalls hemmungslos Musikstile verquirlt.

Yīn Yīn verlassen sich nebst der Bass- auf die Doppelhalsgitarre und Synthesizer. Zusätzlich zum klassischen Schlagzeug-Setup dienen auch schon mal zwei Kokosnusshälften als Perkussionsinstrument. Diese Band taugt definitiv als elaborierte Partybeschallung, wie Aufzeichnungen vom niederländischen Lowlands Festival und der Radiostation KEXP beweisen.

Dass Yīn Yīn nun an den Schadaukonzerten der Cafe Bar Mokka auf­treten, ist ein Glücksfall für den Post-Lockdown-Konzerthunger. Musste das traditionelle Mokka-Sommerfestival Am Schluss der Pandemie weichen, dürfte die Veranstaltung in der Schadaugärtnerei als angemessener Ersatz dienen. Dort spielen nebst Yīn Yīn auch Klaus Johann Grobe, Sophie Hunger und der Solothurner Rapper Pronto.

«Yīn», das ist übrigens der dunkle, passive, sich ergänzende Gegensatz zum hellen, energischen «Yáng». Beim Hören der psychedelisch knusprigen Musik von Yīn Yīn hingegen wäre der Bandname Yáng Yáng wohl passender gewesen. 

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