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Dem Rhythmus verplichtet: Jazzpianist Antonio Faraò. © Sylvie Da Costa

Ein Pianist, der sich als Schlagzeuger fühlt

Marians Jazzroom lädt einen der grossen Pianisten seiner Generation ein: Der italienische Pianist Antonio Faraò spielt mit seinem Trio ein wuchtiges Konzert.


Imposant, wuchtig und tiefgründig: Mit diesen drei Attributen lassen sich die Auftritte des Antonio Faraò Trio beschreiben. Immer wieder von ruhigen, schwelgerischen Teilen durch­zogen, ist das Energielevel seiner 
Konzerte konstant hoch und die Instrumentierung dicht.
Jazzmusiker Faraò schafft es, chromatische, Fünfton- und oktatonische Tonleitern in einem einzigen Stück zu verweben: «Wenn ich spiele, denke ich nicht wirklich darüber nach. Ich springe eine Skala, also Tonleiter, hoch, dann wieder runter, plötzlich bin ich ganz woanders als anfangs gedacht», sagte Faraò in einem Interview am Internationalen Jazztag 2018 in Sankt Petersburg. Nicht nur in der Tonalität wird wild gewechselt, auch mitten in den Takten springt er oft. Faraò schafft es, diese ganzen Wechsel zu vollziehen, ohne dass seine Musik beliebig wird.

 

Wahrscheinlich gründet dies auf seiner Erfahrung als Schlagzeuger: Eine ganz präzise Rhythmik schält sich aus dem Pianospiel des Italieners heraus. «Wenn ich Klavier spiele, fühle ich mich eigentlich als Schlagzeuger», sagte er zum Online-Magazin «Yamaha Makes Waves». Sein perkussiver Stil ist auffallend, ebenso die Spielfreude, die ihm und seiner Band bei Auftritten ins Gesicht geschrieben steht.

Frühes Talent

Nachdem Antonio Faraò in den 1980er-Jahren am angesehenen Giuseppe Verdi Konservatorium in Mailand studierte, trat er bereits als Jugendlicher in diversen Jazzclubs in seiner Heimatstadt Rom auf. Sein Talent brachte ihm in seinen frühen Zwanzigern diverse hochdotierte Preise ein, unter anderem den Four Roses Prize. Faraò, der als Gast von Marians Jazzroom im Jazzzelt mit seinem Trio spielt, gilt zu Recht als einer der grossen Post-Bop-Pianisten seiner Generation.

Jazzzelt, Park Innere Enge, Bern
Do., 3. bis Sa., 5.6., 18.30 und 20.30 Uhr
www.mariansjazzroom.ch

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