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Chico Chicago (links) mit Rapper Reypharaoh, zu hören auf der Single «Deep Purple».© ZVG
Cafete in der Reitschule, Bern

«Dopplet so viu Bärner wie du!»

Der Rapper Chico Chicago kommt mit seinem Kollektiv Morpheen in die Cafete - und verspricht einen wilden Abend. Mit der BKA spricht der 24-Jährige über sein Zuhause, das Berner Nordquartier, in dem ungewöhnlich viel Rap entsteht.

Freitag, 03.12.2021, 23:00

Chico Chicago, du rappst unter anderem auf deiner ersten EP «Nordring» vom Leben in der Lorraine. Was sind dort deine Lieblingsplätze?Chico Chicago: Es gibt viele Orte in Bern, die ich mag, aber vor allem im Sommer finde ich es hier in der Lorraine am schönsten. Zu meinen Favoriten gehört sicher das Lorrainebad, aber auch die Bars und Restaurants, Geschäfte wie der Nord­ring-Kiosk und die vielen kleinen Pärkli, in denen wir schon als Kinder spielten.

Im Track «HSTLR» rappst du über das Jungsein in Bern, oder eben übers «Hustlen». Eine Line darin lautet «Haube Schwiizer, aber dopplet so viu Bärner wie du!».
Das ist eine Line, zu der ich besonderen Bezug habe, da ich verschiedene Wurzeln habe. Viele, die mich nicht kennen, sprechen mich an, fragen, ob ich Albaner sei, und wollen mich dann irgendwie damit einordnen, auch als Rapper. Dabei bin ich einfach Berner. Wahrscheinlich mehr als die, die mich und meine Songs durch irgendeine Zuweisung zu einem anderen Land abzustempeln versuchen. Von vielen Secondos bekam ich die Rückmeldung, dass sie sich von dieser Line angesprochen fühlten.

Mit deinen ersten Veröffentlich­ungen machtest du noch Boom Bap, jetzt, auch mit dem Kollektiv Morpheen, fährst du mehr die Trap-Schiene. Wieso der Stilwechsel?
Das werde ich oft gefragt. Mein erster Track, den ich 2017 aus dem Nichts veröffentlichte, war durch und durch ein Boom-Bap-Track. Und aus dem Nichts fühlten den einfach so viele. Das ist ja super. Aber ich habe schon immer gemacht, worauf ich Bock hatte. Ich überlege mir vorher nicht, ob ein Song nun ein Boom-Bap-Track sein wird oder nicht. Eines meiner ersten Stücke, «13Er Flow», hat zum Beispiel auch eine Londoner Garage-Attitüde. Heute, gerade mit Morpheen, versuche ich, Rock oder Punk in die Tracks einfliessen zu lassen. Also eigentlich war mein Sound schon immer divers. Aber ja, du hast Recht, er hat sich weiterentwickelt.

Warum kommen eigentlich gefühlt so viele Rapper aus dem Norden Berns?
Hier passiert einfach viel. Es hat viele junge Menschen, man ist unterwegs und es laufen viele Partys, an denen man sich trifft. Das Berner Nordquartier fördert Rap irgendwie.

Und was passiert am Freitag in der Cafete?
Ich bin mit dem Kollektiv da, also mit den Producern Z-Maka und S-Tune. Aber ich werde noch Überraschungsgäste mitbringen, deren Namen ich hier nicht verraten will. Es wird wild!

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