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Lässt sich auch von grotesken Skulpturen inspirieren: Anna von Hausswolff.© Gianluca Grasselli
Heiliggeistkirche, Bern

Die Macht der Orgel

Anna von Hausswolff hat mit dem Album «All Thoughts Fly» ein intensives Orgelwerk geschaffen. Die Schwedin mit Hang zur Mystik spielt in der Heiliggeistkirche.

Wie intensiv die Orgel klingt, das wird einem beim Hören von Anna von Hausswolffs Musik erst richtig bewusst. Die Schwedin, die sich musikalisch schon immer eher in düster bis psychedelischen Gefilden aufhielt, hat sich mit ihrem aktuellen Album «All Thoughts Fly» endgültig von jeglicher Pop-beeinflusster Leichtigkeit distanziert. Es ist ein rein instrumentales Album geworden, gespielt auf der Pfeifenorgel, ihrem Lieblingsinstrument. Nicht einmal ihre kräftige Stimme, die sie auf dem vorletzten Album «Dead Magic» noch einsetzte, ist mehr zu hören. Das mystische, intensive Orgelwerk ist voller mächtiger Töne, die sich in den einzelnen Tracks zu wuchtigen Klanggebäuden auftürmen.

Ungeheuerliche Skulpturen

Unbehaglich kann es auch werden. Etwa im Stück «Sacro Bosco», welches die Ahnung einer unheimlichen Präsenz vermittelt, die im Versteckten lauert. Inspiriert wurde von Hausswolff vom Sacro Bosco, einem Park mit ungeheuerlichen Skulpturen aus dem 16. Jahrhundert in Italien.
Die 35-jährige von Hausswolff ist die Tochter des Künstlers und Musikers Carl Michael von Hauswolff, der seit den 70er-Jahren mit Klang experimentiert. Längst ist sie bekannter als ihr Vater. Am Montreux-Jazz-Festival 2018 etwa spielte sie im Vorprogramm von Nick Cave & the bad seeds, auch er ein Freund des Düsteren.

Sakral und gotisch wird es auch, wenn Hausswolff in der Heiliggeistkirche die Pfeifenorgel spielt und ihr Konzert vom Acousmonium, einem 1974 von François Bayle erfundenen Schalldiffusionssystem, verstärkt wird.

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