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Martin Callaun und Viviane Chassot arrangieren leichtfüssig und lustvoll.© Heike Liss
Yehudi Menuhin Forum, Bern

Der Atem der Musik

Beseelt von Luft in Schwingung: Die Akkordeonistin Viviane Chassot und der Zither-Spieler Martin Mallaun kreieren als Duo ihre ganz eigenen Arrangements. Die pionierhaft-verspielten Stücke sind auf dem Album «Objets Trouvés» zu hören.

Ziehen und Stossen. Luft geht rein, Luft kommt raus. «Die Balg-Bewegung eines Akkordeons ist wie die Atmung eines Lebewesens», sagt die Schweizer Akkordeonistin Viviane Chassot. Sie liebe denn auch ihr Instrument nicht nur wegen seines einzigartigen Klangs und der unzähligen Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch wegen «der Körperlichkeit»: «Indem ich den Korpus beim Spielen buchstäblich umarme, entsteht eine enge Verbindung, ja fast eine Verschmelzung.»

Wer von Viviane Chassot jedoch volkstümliche Ländlermusik erwartet, liegt falsch. Schon seit Beginn ihrer Beziehung zum Akkordeon – das heisst, ab 12 Jahren – zog es sie in die Welt der klassischen Musik. Heute pendelt sie leichtfüssig zwischen den Genres Klassik, Jazz und zeitgenössische Musik. Und hat Erfolg.

2013 traf sie auf einen Gleich­gesinnten: den österreichischen Zither-Spieler Martin Mallaun, auch er ein Exot, der mit seinem Instrument auch in denselben Stilrichtungen unterwegs ist. Da es jedoch kaum originales Repertoire für Akkordeon-Zither-Duo gibt, suchten sie in der europäischen Musikgeschichte nach adaptierbaren Kompositionen. «Das Arrangieren ist eine aufwändige Arbeit; da gibt es kein vorgeschriebenes Rezept», sagt Chassot. Monatelang hätten sie «experimentiert, getüftelt und geköchelt», bis die Klänge, die Stücke und das Programm «in sich stimmig» waren.

Archaisch, energetisch, rockig

Wie das tönt, kann man sich auf ihrer 2016 veröffentlichten CD «Objets Trouvés» anhören. Den Rahmen bilden Arrangements der Klavierkompositionen «Musica ricercata» von György Ligeti – «archaische, energetische und zuweilen fast rockige Stücke», wie Chassot sagt. Dazwischen gibt es kontrastvolle Exkurse ins Elisabethanische Zeitalter (John Dowland), in den französischen Barock (François Couperin) oder in die Neue Musik des 20. Jahrhunderts (John Cage). Und mit Tangos des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla – Bravour-Stücken fürs Akkordeon – verleiht das Duo der Aufnahme eine jazzige Note.

Album «Objets Trouvés» im Handel erhältlich oder direkt via:
www.vivianechassot.ch
www.martinmallaun.com 

Konzert abgesagt
Das Duo Chassot/Mallaun hätte im Rahmen der Club-Konzerte der Migros-Kulturprozent-Classics am Sa., 22.1. im Yehudi Menuhin Forum Bern Auszüge aus seiner CD «Objets Trouvés» gespielt. Die Tournee wurde kurzfristig verschoben. Das Konzert wird voraussichtlich im Mai nachgeholt, allerdings mit Viviane Chassot als Solokünstlerin.

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