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Vermummt, maskiert, anwesend oder abwesend: Hauptsache, das FHG-Album ist da.© Alex Anderfuhren

Das Warten hat ein Ende

Sieben Jahre haben sie ihre Fans mit Mixtapes das Warten aufs Debütalbum gelehrt, auf sieben Jahre Erwachsener-werden blicken sie nun zurück. Die Fischermätteli­-Hood-Gäng (FHG) bringt ihren Erstling «Dr Bus isch da» raus.

Anfang Dezember wurde in und um Berns Fischermätteli-Quartier in Form von bedruckten Pizzaschachteln in der Pizzeria Da Nino, mit Stickern an Laternenpfählen und Kritzeleien auf Parkbänken eine Neuerscheinung angekündigt. Das erste Album «Dr Bus isch da» der Fischermätteli-­Hood-Gäng ist endlich erschienen. Die Boyband liess ihre Hörerinnen und Hörer insgesamt sieben Jahre lang auf ihr Debütalbum warten, versorgte sie zwischendurch aber mit vier reichhaltigen Mixtapes, die mit Zeitangaben im Titel variierten, so etwa: «No 3 Minutä bis dr Bus chunnt Räp» (2013) oder «No 59 Sekundä bis dr Bus chunnt Räp»(2020).

2020: «Glaseret und lang verjährt»

Systemkritischer Mundart-Rap mit trashigem Augenzwinkern, so könnte man den Sound der selbsternannten «Fischerschmätterlinge», bestehend aus Frank Punk, Poul Soul, Lance Trance und Noa Goa, inhaltlich zusammenfassen, ohne ihnen ein Label aufdrücken zu wollen. 2015 erlangten sie mit dem Song «Tätowiert und vorbestraft» auf Mixtape Nr. 2 eine breitere Aufmerksamkeit. «Lug dr mau die Trottle ah, tätowiert u vorbestraft», sangen sie über sich, um gleich zu kontern: «was nüt im Chopf. Jung, wiud und hochbegabt». Aus den vermeintlichen «Trotteln» ist auf dem neuen, ersten richtigen Album exemplarisch ein gut eingegliederter Bürogummi geworden. Seine Tattoos liess er zugunsten einer bescheidenen Karriere weglasern, wie man in «Glaseret und lang verjährt» hört. Zuhause baut er einen Band-Raum aus Eierschachteln, erzählt es dem Chef bei einer Zigarettenpause und wird auch gleich für ein Konzert fürs nächste Firmenfestli angefragt.

Nachdenklich, ironisch, witzig und gewohnt wütend rappen die Fischermätteli-Hood-Gäng-Jungs auf «Dr Bus isch da» unter anderem über Resignation und Anpassung, soziale Aufstiege, Krawalltourismus, Drogensümpfe und vorgebliche Kunstfreiheit.

Rummelplatz-Techno und Synthie

In ihrem neuen Album finden sich sowohl partytaugliche, trappige, fröhliche als auch ruhige, traurige, nahezu finstere Beats. Einzelne Einschübe erinnern an Rummelplatz-Techno oder sind mit Synthie-Elementen gespickt. Ziemlich gut vorstellen kann man sich den Sound in einem vollgestopften Dachstock mit einem aufgeheizten Publikum und einer chaotischen Bühnenshow. Auch da hat das Warten hoffentlich bald ein Ende.

«Dr Bus isch da» ist zu hören auf chaostruppe.net

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