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Ihr Sound hat viele Gesichter: Popkomponistin Sophia Kennedy besucht Bee-flat.© Rosanna Graf
Turnhalle im Progr, Bern

Biestige Wendigkeit

Geflickt, avantgardistisch, cineastisch: Bee-flat beendet seine Saison unter anderem mit der Hamburgerin Sophia Kennedy. Ihr Album «Monsters» kommt mit krassen Stilwechseln daher – und hat Soundtrackpotenzial.

Manche fürchten sich vor ihren eigenen monströsen Ideen und bleiben lieber auf vertrautem Terrain, wenn sie ein Album produzieren. Nicht so Sophia Kennedy: sie gewährt ihrem kreativen Ungeheuer Platz, damit es sich genrezersetzend ausbreiten kann. Und das Biest macht seine Arbeit gut, wie die im vergangenen Jahr erschienene LP «Monsters» der Popkomponistin beweist: Im Song «Orange Tic Tac» etwa flickt Kennedy tiefen, finster-monotonen Sprechgesang über einem Trap Beat mit balladischem, melodiösem Gesang in Crooning-Manier zu einer flirrenden Quiltdecke zusammen. Krasse Stilwendungen gehören zu ihrer Signatur und verpassen ihren Stücken avantgardistischen Charakter und quasi schizoide Persönlichkeiten – passend nennt Bee-flat das Konzert «Bipolar Presence».

«Monsters» ist Sophia Kennedys zweites Album, 2017 veröffentlichte sie ihren Erstling, der über die deutschen Grenzen hinaus gelobt wurde und mit dem sie sich als spannende Neuent­deckung empfahl. Die im amerikanischen Baltimore geborene Künstlerin zog mit ihren Eltern im Kindesalter nach Deutschland und studierte zunächst Film in Hamburg. Vielleicht kommt es daher, dass jedes ihrer Stücke Potenzial zum Soundtrack hat, sei es für einen romantischen Indie-Film mit dem Titel «Seventeen» oder für eine Club-Szene mit dem industrialartigen Beat von «Dragged Myself into the Sun».

Goldener Pudel und Geheimlabor

Sowieso drückt auch in «Monsters» mit den vielen Elementen aus Drum ’n’
Bass oder schrillen Synths der Einfluss von Clubmusik durch. Das Album hat sie, wie bereits ihr erstes, mit Mense Reents aufgenommen. Man kennt ihn vom House-Duo Die Vögel, Sophia Kennedy kennt ihn vom Hamburger Tanzlokal Golden Pudel Club. Mit Reents kommt sie denn auch zu Bee-flat: sie neben dem Mikrofon an Perkussion und Klavier, er an Bass und elektronischen Instrumenten.

Bee-flat beendet die Saison mit einem Doppelkonzert. Neben Sophia Kennedy spielt Multiinstrumentalist und Songwriter Mario Hänni aus Zürich mit seinem Soloprojekt Rio. Hänni ist in diversen Formationen unterwegs, etwa als Frontmann der Alternative-Pop-Band Mnevis, er stand als Schlagzeuger von Sophie Hunger auf der Bühne und spielt mit Pablo Nouvelle. Das Musikprojekt Rio ist sein «Geheimlabor», in welchem er mit Pop experimentiert, wie er der BKA einst sagte.

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