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Im Chor Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern singen Jung und Alt gemeinsam.© Monique Wittwer
Französische Kirche, Bern

Zwischen Angst und Befreiung

Der Chor Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern bespielt die Französische Kirche mit Stücken zum Kriegsende, etwa mit dem monumentalen Werk «Figure humaine». Ein Chor, zusammengesetzt aus Menschen zwischen 18 und 70 Jahren. Amateurinnen, Studenten, Musikerinnen, Chorleiter und Musiklehrerinnen aus dem ganzen Land singen gemeinsam. Für das Herbstprogramm «Das menschliche Antlitz» präsentiert der semi-professionelle Chor Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern ein anspruchsvolles Programm: sie interpretieren zwei frühbarocke Motetten aus «Israelsbrünnlein» von Johann Hermann Schein und «Geistliche Chormusik» von Heinrich Schütz sowie «Un soir de neige» und «Figure humaine» von Francis Poulenc.

Zwölfstimmiges Monumentalstück

Besonders «Figure humaine» sei ein monumentales Stück seiner Zeit, das mit seinen zwölf Stimmen von Amateurchören eher nicht aufgeführt werde, wie die Leiterin und Gründerin des Chors, Ulrike Grosch sagt. Sie erläutert die Zusammenstellung des ursprünglich für das vergangene Jahr konzipierten Programms: «Es sind Stücke, die zum Ende des 2. Weltkriegs und des Dreissigjährigen Kriegs geschrieben wurden und ein Hin- und Hergeworfen-Werden zwischen Verzweiflung und Hoffnung beinhalten».

Plötzlich Corona-Parole

Das Stück beginnt mit der Strophe: «De tous les printemps du monde / celui-ci est le plus laid» und es endet mit dem Vers «Et par le pouvoir d’un mot / je recommence ma vie / je suis né pour te connaître, pour te nommer: Liberté». Der Vers hat in der jüngsten Gegenwart ein Eigenleben bekommen: er wird auf den Strassen an den Corona-Demonstrationen vielfach skandiert. Laut Grosch in einem unpassenden Zusammenhang. Die Polarisierung zwischen Angst und Befreiung setze viel Energie frei. «Ich glaube aber, dass es möglich ist, durch Kultur Menschen dazu zu bewegen, Verantwortung zu übernehmen», so Grosch.

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