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Voces Suaves auf Höllen- und Himmelfahrt mit Versen von Dante.© Markus Raeber
St. Peter und Paul, Bern

Vertikale Reise

Gegenüber Dantes Höllen- und Himmelfahrt verblasst jede Weltreise: Das Vokalensemble Voces Suaves folgt ihm mit Madrigalen in Gefilde «Jenseits des Todes».

«Geseufze, Weinen hier und Wehelaute, hört’ ich die sternenlose Luft durchzischen», so beschreibt der italienische Dichter Dante Alighieri in seinem Versepos «Die Göttliche Komödie» eine Szene in der Hölle. Auf der Grundlage dieser Verse komponierten in den 1570er-Jahren gleich zwei italienische Komponisten, Luzzasco Luzzaschi und Giovanni Battista Mosto, je ein Madrigal mit dem Titel «Quivi Sospiri». Beide Vokalkompositionen sind tonmalerische Umsetzungen der grauenvollen Szenen, die Dantes literarisches Ich erlebt, als er die Kreise des Infernos hinunterklettert und auf Wolllüstige, Fressgierige, Gewalttätige, Betrüger und Verräter trifft. Diese Renaissance-Gesangsstücke gibt es nun am Konzert «Jenseits des Todes» des Vokalensembles Voces Suaves aus Basel zu hören. Bei der Zusammenstellung der geistlichen und weltlichen Vokalkompositionen aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert liess sich der italienische Bass Davide Benetti von Dantes «Göttlicher Komödie» inspirieren. So repräsentiert die Gliederung in die drei Teile «Visione infernali» (Höllische Visionen), «Miserere mei, Deus» (Erbarme dich meiner, Gott) und «Le celesti armonie» (Die himmlischen Harmonien) die Wanderung Dantes durch die drei von ihm geschilderten Reiche des Jenseits: Hölle, Fegefeuer, Paradies.

Neben Dantes Inferno-Darstellung in «Quivi Sospiri» setzt sich der erste Teil auch mit Höllenqualen aus enttäuschter Liebe auseinander, so etwa das Madrigal «Ver Infern’è’l mio petto» (Meine Brust ist die wahre Hölle) von Jacques Arcadelt. Im zweiten Teil, dem Fegefeuer, interpretieren Voces Suaves als symbolisch-musikalische Erklimmung des Läuterungsberges unter anderem vier Gesänge aus dem ersten Buch der «Sacræ cantiones» von Carlo Gesualdo. Nach diesen innigen Bitten um Vergebung öffnen die sieben Sängerinnen und Sänger und die Organistin Aki Noda-Meurice mit geistlichen Kompositionen von Claudio Merulo, Asprilio Pacelli und Claudio Monteverdi das Himmelstor, hinter dem das Publikum die schönsten Harmonien, Reinheit und Glückseligkeit erwarten darf.

Kirche St. Peter und Paul, Bern
Fr., 12.11., 19.30 Uhr

www.voces-suaves.ch

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