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Leitet das Konzert: Dirigent Dieter Wagner. © ZVG
Berner Münster

Saint-Saëns und sein Bern

Der Singkreis Wohlen ehrt Camille Saint-Saëns, der einst im «Bernerhof» weilte und vor 100 Jahren starb: mit der eigens von ihm komponierten Totenmesse.


Das Gebäude zwischen dem Bundeshaus und der kleinen Schanze war einstmals ein Luxushotel namens «Bernerhof». Dort residierte vom 4. bis 12. April 1878 der französische Komponist Camille Saint-Saëns, um zum Gedenken an seinen verstorbenen Freund und Förderer, Albert Libon, ein Requiem, also eine Totenmesse, zu schreiben.

Acht Sätze, achtstimmig

Anlässlich des hundertsten Todesjahres von Saint-Saëns führt nun der Singkreis Wohlen zusammen mit dem Projektchor SMW Frick an seinem anstehenden Konzert diese achtsätzige Komposition im Berner Münster auf. Die «ganz besondere Tonsprache», die dem Requiem innewohne, sei einerseits auf die prominente Rolle der Orgel zurückzuführen, sagt der Dirigent Dieter Wagner. Andererseits sei es genial, wie Saint-Saëns, der selbst auch Organist war, die vier «Pfeiler» der Besetzung – das Solistenquartett (Carmela Konrad, Michaela Selinger, Michael Feyfar, René Perler), den achtstimmigen Chor, das Sinfonieorchester mit Harfe und die Orgel – wie vier Klaviaturen einer Orgel einsetze.

Verschnaufpause

Im zweiten Teil des Konzerts stellen die Formationen dem eher un­bekannten Werk Saint-Saëns’ das berühmte Requiem von Mozart gegenüber. «Beide Komponisten bedienten sich zwar derselben Textvorlage, aber sie setzten diese komplett anders um», sagt Wagner. Während etwa bei Saint-Saëns der Beginn des «Dies Irae» (Tag des Zorns) «ängstlich geflüstert» werde, so sei dieser bei Mozart ein «einfahrendes, monumentales Aufbegehren». Als Verschnaufpause zwischen den beiden hochemotionalen Vokalwerken interpretiert das Orchestra Sinfonica Carlo Coccia di Novara den sanften zweiten Satz aus der Sinfonie Nr. 3 F-Dur von Johannes Brahms.

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