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Technische Meisterschaft auf der Violine: Alexandre Dubach.© ZVG
Konservatorium Bern / KKthun

Mit Verve und Feuer

Die Geige im Fokus: L’Orchestre Festival unter der Leitung von Meinrad Koch präsentiert neben einer Uraufführung drei Werke für Violine und Orchester. Als Solist agiert der Thuner Geiger Alexandre Dubach. Seine Finger waren so flink, seine Technik so aussergewöhnlich, seine Darbietungen so intensiv und emotional, seine äussere Erscheinung so furchteinflössend, sein Blick so besessen, sein Verhalten so mysteriös und die Klänge seiner Violine so zauberhaft, dass die Menschen im frühen 19. Jahrhundert glaubten, der italienische Geigenvirtuose Niccolò Paganini sei ein Hexenmeister und mit dem Teufel im Bunde. «So ist Paganini der Künstler, welcher die Welt um sich vergisst und sein eigenes Leben, wie es von Leiden durchfurcht, von Freude geglättet wurde, in Tönen wiedergebiert», schrieb der deutsche Geiger und Komponist Carl Guhr in seinem berühmten Traktat von 1829, das die Ästhetik und Technik von Paganinis Geigenspiel in Worte zu fassen versucht.

Am Herbstkonzert des Orchestre Festival gibt es nun drei Werke aus der Romantik für Violine und Orchester zu hören, darunter «La Campanella» (Das Glöckchen) aus dem zweiten Violinkonzert op. 7 von Paganini. Für das Konzert konnte er den bekannten Thuner Geiger Alexandre Dubach als Solisten gewinnen. «Mit seiner technischen Meisterschaft auf der Violine, seiner reichen Erfahrung und grossen Ausdruckskraft ist er wie prädestiniert für diese anspruchsvollen, virtuosen Solopartien», sagt Koch.

Umrahmt wird Paganinis Rondo von der kapriziösen Komposition «Introduction et Rondo Capriccioso» von Charles Camille Saint-Saëns 
und der temperamentvollen «Carmen-Fantasie» von Pablo de Sarasate. Alle drei Werke hat Koch eigenhändig für Kammerorchesterbesetzung arrangiert. Manche Stellen bereicherte der leidenschaftliche Musiker ausserdem mit Harfenklängen, so etwa den hauchzarten Beginn von Saint-Saëns’ «Introduction» sowie ein paar spannungsgeladene Takte am Ende der «Carmen-Fantasie».

Selten bis nirgendwo

L’Orchestre Festival gründete Meinrad Koch im Jahr 2008 mit der Idee, originelle und alternative Konzertprogramme umsetzen zu können. Über die Jahre hat er sich als Arrangeur von Orchestersätzen etwa französischen und deutschen Chansons, jiddischen Liedern, Gershwin oder osteuropäischer Zigeunermusik gewidmet. Als Dirigent und künstlerischer Leiter sei ihm am wichtigsten, dass die 38 Musikerinnen und Musiker mit Freude dabei sind und mit Verve und Feuer musizieren. Diese Ziele verfolge er, indem er auf wertschätzende Teamarbeit setze und Werke auswähle, die im Orchesterrepertoire selten bis nirgendwo zu finden seien.

«Da das Orchester bei meinen Programmen oft eine begleitende – aber nicht minder wichtige – Funktion innehat, setzte ich im zweiten Teil des anstehenden Konzerts als Uraufführung mal ein rein orchestrales Werk auf das Programm», sagt Koch. In dem zeitgenössischen Auftragswerk, den «4 Balladen für Orchester» des österreichischen Komponisten Wolfram Wagner, würden zeitweise verschiedene Orchesterinstrumente klanglich hervortreten. «So erhalten manche Orchestermusiker*innen auch die Gelegenheit, solistisch zu brillieren», so Koch.

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