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Composer in Residence Michael Pelzel © Manuela Theobald
diverse Orte, Bern

Mehr als die Summe der einzelnen Töne

«schwärme»: Das Musikfestival Bern widmet sich dem ästhetischen und energetischen Eigenleben gebündelter Töne. Zeitgenössische mikrotonale Kompositionen sind ebenso zu erleben wie die Vokalinterpretation eines mittelalterlichen Messstückes.

Es beginnt sanft. Das Publikum vernimmt aus verschiedenen Richtungen Glocken-, Triangel- und Streicherklänge. Jede der drei Klanggruppierungen führt ein in sich geschlossenes Eigenleben. Zunächst. Mit dem Fortschreiten des Stücks entwickelt sich eine Dynamik, sowohl räumlich als auch energetisch. Während Lautstärke und Virtuosität zunehmen, schwärmen die Musikerinnen und Musiker aus und formieren sich allmählich zu einer (be-)rauschenden Einheit. 

So tritt die neue Klangkreation, «Streamed Polyphony», des Schweizer Komponisten Michael Pelzel in Erscheinung. Der diesjährige «Composer in Residence» des Musikfestival Bern schrieb das Stück speziell für die Camerata Bern, die es am Eröffnungskonzert zur Uraufführung bringt. Mit seinem mikrotonalen Flirren und dem Spiel mit der Bewegung im Raum ist das Werk eine musikalische Umsetzung des Festival-Mottos «schwärme».

Surren und Schwirren

An das Surren und Schwirren von Insekten etwa erinnern im weiteren Konzertverlauf die Streicherklänge in den Werken «Ramifications» (Verästelungen) von György Ligeti und «Open Spaces II in memory of James Tenney» von Georg Friedrich Haas, die ebenfalls die Camerata Bern präsentiert. Zwischen den Instrumentalstücken zeigt das La Cetra Vokalensemble
Basel mit der Interpretation von 
Messvertonungen des mittelalterlichen Chansons «L’homme armé», wie sich Stimmen in organischen Fliessbewegungen zu Klangballungen bündeln und wieder auseinandergehen.

Klangflächen und Polyrhythmik

Ligeti, Haas, Pelzel – die Namen dieser Komponisten stehen im Dreierpack noch bei zwei weiteren Konzerten des Festivals auf dem Programm: «Durch unausdenkliche Wälder» und «Ferne Lichterschwärme». Den dreien gemeinsam ist die Suche nach neuartigen Klangwelten. Michael Pelzel sagt, dass Ligeti und Haas einen prägenden Einfluss auf sein Schaffen hatten: «Bei Ligeti inspirieren mich vor allem dessen Klangflächenkompositionen und die Polyrhythmik.» Und Haas sei sein Kompositionslehrer gewesen, der ihn immer wieder fasziniert habe mit seiner «intelligenten und effizienten Art», mikrotonale Effekte entstehen zu lassen.

Schwarmintelligenz

Neben den Konzerten setzt sich das Musikfestival Bern auf weitere Arten mit seinem Motto «schwärme» auseinander, etwa in Vorträgen und Diskursen im Rahmen der Wissenschafts-Reihe «Schwarmintelligenz», mit Installationen, Performances, an Kino-Matinéen oder im Vermittlungsangebot.

Diverse Orte, Bern
Mi., 1.9., bis 5.9.
Eröffnungskonzert: Grosse Halle der Reitschule, Bern: Mi., 1.9., 19 Uhr
www.musikfestivalbern.ch

Wir verlosen 1x2 Festivalpässe: tickets@bka.ch

 

 

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