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Sopranistin Marie Lys. © Clive Barda
Dreifaltigkeitskirche, Bern

Lehrstücke über das Dunkel

Bernvocal widmet sich kirchlichen Gesangsstücken aus dem Barock, den Nachtgebeten. Auf dem Programm stehen «Leçons de ténèbres» von François Couperin.

«Tenebrae» – das lateinische Wort für Dunkelheit – bezeichnet in der römisch-katholischen Kirche die Nachtgebete in der Karwoche. An diesen drei Andachtsmessen löscht man, um den Abstieg in die Dunkelheit und die Trauer über den Tod Jesu Christi zu symbolisieren, nach jeder Lesung eine Kerze aus. Dieser Ritus erlebte zu Zeiten des Sonnenkönigs Louis XIV. eine Blütezeit; namhafte Komponisten schufen auf der Grundlage von biblischen Texten – meistens den Klageliedern des Jeremias – emotional aufgeladene Gesangsstücke, welche professionelle Sängerinnen und Sänger an den kirchlichen Messen konzertant präsentierten. Und so komponierte auch François Couperin, der Organist der «Chapelle Royale» in Versailles, irgendwann zwischen 1713 und 1717 eine Reihe mit neun «Leçons de ténèbres».

Hypnotische Wirkung

Die ersten drei Vokalstücke aus diesem Zyklus gibt es nun am Konzert von Bernvocal zu hören; es sind die einzigen, die heute noch erhalten sind. Sie gehören jedoch zu den bekanntesten Vokalwerken des Barockkom­ponisten. Nicht zuletzt, weil sich in ihnen 
Couperins kompositorische Meisterschaft zeigt, den französischen «bon goût» mit expressiven, italienischen Gestaltungselementen zu verschmelzen und mit schlichten Mitteln eine hypnotische Klangwirkung zu er­zeugen. Unter der Leitung von Fritz Krämer singen und musizieren die Sopranistinnen Marie Lys und Cécilia Roumi, die Cembalistin Maude Gratton und Rebeka Rusó an der Viola da Gamba.

 

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