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Das Ensemble Kaboul, dirigiert von Rubabspieler Khaled Arman (2.v.l.).© ZVG
Französische Kirche, Bern

Ein fast vergessener Schatz

Das Ensemble Kaboul hält das Erbe afghanischer Musik am Leben. In der Französischen Kirche spielt es ein Benefizkonzert für Afghanistan.

An der Schnittstelle von Zentralasien, Südasien und Vorderasien vereint Afghanistan in seiner Musik indische, persische und zentralasiatische Klänge. Doch diverse Kriege entwurzelten diese Tradition, afghanische Musiker*innen verliessen das Land und leben heute verstreut auf dem ganzen Globus. Im Land selber hat Kunst einen schweren Stand: Bereits zwischen 1996 und 2001 war Musik in Afghanistan verboten, seit die Taliban im August 2021 erneut an die Macht gekommen sind, wiederholt sich das Grauen. Afghanische Musik spielt aus diesen Gründen seit vielen Jahren hauptsächlich im Ausland, denn Musikschaffende leben im Exil. Die Weitergabe des riesigen traditionellen Schatzes wurde damit zu einem schwierigen Diaspora-Unterfangen.

Mitte der 1990er-Jahre gründete der Afghane Hossein Arman in Genf das erfolgreiche Ensemble Kaboul, das insbesondere die persische Musik Afghanistans erforscht – und so vor dem Aussterben bewahrt. Heute dirigiert sein Sohn Khaled Arman die Gruppe. Er spielt die afghanische Laute Rubab, schreibt die Orchestrierungen traditioneller Stücke und die neuen Kompositionen der Gruppe. Auch Khaleds Schwester Mashal, wie er in Kabul geboren, ist als Sängerin Teil des Ensembles. Begleitet werden die zwei von traditionellen Instrumenten wie Trommeln, der Kastenzither Kanun und der sogenannten Stachelgeige Kamantsche. Texte von Pfarrer Olivier Schopfer ergänzen das Benefizkonzert, das Musique à l’église française de Berne zugunsten einer Schule in Kabul organisiert.

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