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Der belgische Stardirigent Philippe Herreweghe in seinem Element. © Jules August
Casino, Bern

Ein Abend der Superlative

Mit Mozart im Doppel besucht der belgische Stardirigent Philippe Herreweghe Bern. Ebenfalls mit von der Partie: Die Luzerner Starsopranistin Regula Mühlemann. Eigentlich wusste er nicht genau, ob er Dirigent oder Arzt werden wollte. Schwankte zwischen Medizin und Musik. Schliesslich war es der weltbekannte holländische Dirigent, Cembalist und Organist Gustav Leonhardt, der den jungen Belgier Philippe Herreweghe endgültig zur Musik führte, indem er ihn einlud, an den Gesamtaufnahmen der Bach-Kantaten mitzutun. Ein Glück für die progressive Klassikwelt.

Denn kurz darauf, mit 23 Jahren, gründete Herreweghe 1970 das Collegium Vocale Gent – anfänglich bloss ein paar einzelne Musikstudenten der Universität, die zu einem kleinen Chor zusammenfanden. Zwar wurde man schnell professionell. Doch dass dieser Chor und Herreweghe selber, später einmal Musikpionierarbeit in historischer Aufführungspraxis leisten, über hundert CDs einsingen, international erfolgreich sein und gar selbst ein Musikfestival bestreiten würden, ahnte damals wohl keiner.

Auf dem Instrumentarium der Zeit

Das Collegium Vocale Gent sollte auch nicht das einzige Ensemble bleiben, das Herreweghe ins Leben rufen würde. Im Laufe der Zeit gesellten sich weitere dazu, darunter 1991 das Pariser Orchestre des Champs-Elysées, welches heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Er gründete quasi, was ihm – und Frankreich damals – fehlte: Ein Orchester, welches auf Originalinstrumenten spielt. Egal ob Werke aus Klassik, Romantik oder Moderne, das Orchester spielt immer auf dem jeweiligen Instrumentarium der Zeit. Neben preisgekrönten Aufnahmen und internationalen Tourneen ist die musikwissenschaftliche Forschung ein Schwerpunkt des Ensembles.

Am Dienstag bringt nun Herreweghe gemeinsam mit dem Collegium Vocale Gent und dem Orchestre des Champs-Elysées zwei grosse Mozartwerke ins Berner Casino. Neben der Sinfonie Nr. 40 in g-Moll stellt er die unvollendete «Grosse Messe» in c-Moll. Zu den vier Solist*innen gehört sich auch die international gefeierte Schweizerin Regula Mühlemann und rundet so den Abend der Superlativen ab.

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