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Bachspezialist John Holloway.© Mirko Jörg Kellner
Französische Kirche, Bern

Der Bachgetreue

Wie interpretiert man Bach authentisch? Der Bachexperte John Holloway weiss es. Nun arbeitet das ensemble ardent und das Berner Kammerorchester mit ihm zusammen. «Die ersten drei Kantaten unterscheiden sich thematisch, vom Text geleitet, weswegen sie auch verschieden von Bach instrumentiert wurden. Teil eins und drei haben einen extrovertierten Charakter mit Pauken und Trompeten, während die zweite Kantate viel intimer ist», sagt John Holloway. Der britische Geiger ist Bachspezialist und Pionier der Barockinterpretation. Seine jahrzehntelange Recherchearbeit und die Spezialisierung auf die Barockmusik und ihre Zeit haben ihm zu weltweiter Bekanntheit verholfen. Der 73-Jährige versucht Bach und seine Zeitgenossen stets im Kontext ihrer Lebens- und Schaffenszeit zu verstehen und zu interpretieren. «Es ist auch heute gut möglich, die Musik von damals nahezu wahrheitsgetreu und würdig aufzuführen», sagt er weiter.

Interpret, Lehrer, Dirigent

Doch Holloway spielt nicht nur selber Geige, er will sein Wissen auch weitergeben. So unterhält er mit «The Bach Project» eine detaillierte Webseite mit Bachinterpretationen, ist aber auch Geigenlehrer und Dirigent. Zudem unterstützt er Musiker*innen bei einer historisch informierten Interpretation Bachscher Werke. Zurzeit steht er dem Vokalensemble ardent und dem Berner Kammerorchester beratend zur Seite. Gemeinsam mit der Sopranistin Selina Maria Batliner, der Altistin Lisa Lüthi, dem Tenor Raphael Höhn und dem Bass Tobias Wicky bringen sie die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zum Erklingen.

Es werde auf «modernen», und nicht auf Barockinstrumenten gespielt. «Mein Anliegen ist es, dass die Interpreten in die harmonische und textbedingte Aussprache von Bach eintauchen.» Diese sei weit weg von den Konventionen der Musik des 19. Jahrhunderts, mit welchen die meisten Musiker heute ausgebildet seien, sagt er zu seiner Arbeit mit den Musizierenden.

Neben dem Ausflug in die Barockzeit und einer Konzerteinführung Holloways, stellt das ensemble ardent zwei zeitgenössische Chorwerke. Maestro Bach wird mit «O Magnum Mysterium» des amerikanischen Komponisten Morten Johannes Lauridsen und «The Lamb» des Briten John Tavener modern umrahmt. Eine Kombination, die überraschen dürfte.

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