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Pianistenlegende Grigory Sokolov.© Martin Fleck
Casino, Bern

Das Spiel mit dem Klavier

Ein Mythos umgibt seine Person, sein Spiel, seine Musik: Grigory Sokolov ist einer der grössten Pianisten unserer Zeit. Am Freitag spielt er in Bern.

Er spielt nur live. Und solo. Interviews findet man keine. Studioaufnahmen genauso wenige. Er gilt als leicht schrullig; und als Legende. Kommt er auf die Bühne, setzt er sich und spielt sogleich los. Für ihn gilt die totale Fokussierung aufs Wesentliche: das Klavierspiel. Wenn er zu Menschen spricht, dann durch sein Spiel. 


Im Alter von fünf Jahren fand 
Sokolov zum Tasteninstrument. Mit 16 Jahren gewann er den russischen Nationalpreis, die Goldmedaille am international renommierten Tschaikowskywettbewerb – und war damit jüngster Sieger in der Wettbewerbsgeschichte.  

Aufnahmen in sowjetischer Zeit erlangten im Westen eine Art Mythenstatus: Der unnahbare, unfassbare Meister. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war er dann nicht mehr von den Weltbühnen wegzudenken. Bis heute. Sein unmittelbares Spiel, die Musik im Moment, mit allem, was der Raum, die Zeit, die Situation hergeben, zieht die Hörer*innen in den Bann. Gleichzeitig nimmt Sokolov die Stimmung des Publikums auf und antwortet darauf. Musikalisch. Ein Konzert mit dem russischen Pianisten ist wie ein Dialog. Zwischen ihm und dem Auditorium, zwischen ihm und dem Instrument. Denn er spielt nicht Klavier. Er spielt mit dem Klavier.

Sokolov, heute 71-jährig, gibt noch immer rund siebzig Konzerte im Jahr. Ein Programm spielt er ein halbes Jahr lang. Langweilig wird ihm dabei nie, denn jedes Klavier sei ein anderes. So spielt er Stunden vor den jeweiligen Konzerten, um seinen Bühnenpartner des Abends kennenzulernen. Im Casino Bern interpretiert er nun Chopins Polonaisen op. 26 Nr.1 und 2, op. 44 und op. 53 sowie Rachmaninoffs 10 Préludes op. 23.

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