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Arte frizzante in Sommerlaune.© ZVG
Orangerie Elfenau, Bern

Bis ans Ende des Sommers

Ein reiches musikalisches Programm verspricht der Elfenau Kultursommer der Vereinigung IdeeBern. Den Spätsommer feiert das junge Kammerorchester arte frizzante mit Romantik von Schubert, Schoeck und Strauss.

«Es wallt das Korn weit in die Runde, / Und wie ein Meer dehnt es sich aus; / Doch liegt auf seinem stillen Grunde / Nicht Seegewürm noch andrer Graus: / Da träumen Blumen nur von Kränzen / Und trinken der Gestirne Schein. / O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen / Saugt gierig meine Seele ein!» Das opulente Erntedankgedicht Gottfried Kellers inspirierte den Zürcher Spätromantiker Othmar Schoeck. Mitte der 1940er-Jahre schrieb er seine gleichnamige Komposition «Sommernacht». Das schwelgerisch-tänzerische Stück für Streichorchester ist eine Feier des Lebens und ein Schwelgen in der Romantik, zu einer Zeit, als letztere längst als gestrig galt.

Schubert, Schoeck, Strauss

Kellers Zeilen stehen aber auch sinnbildlich für die «Ernte», mit der das junge Kammerorchester arte frizzante die Bühne des Kultursommers in der Elfenau beschenkt. Früh-, Hoch- und Spätromantik reichen sich in ihrem Programm «Fabula» die Hand, wobei das Erzählerische aller Stücke die Klammer bildet. Über die Auswahl der Werke wurde dabei, wie immer beim basisdemokratisch organisierten Orchester, abgestimmt.

Spätsommerlich-üppig ist auch die Ouvertüre in c-Moll, die Franz Schubert mit nur 14 Jahren schrieb und die ins Konzert führt. Langsam-verhalten zu Beginn, steigert sich die stürmisch-drängende, an Mozart und Cherubini geschulte Motivik nach und nach und lässt die Genialität des späteren Schubert erahnen.

Melodie und Melancholie

Von melancholischer Schwere hingegen sind Richard Strauss’ «Metamorphosen für 23 Solostreicher», eine Komposition, die er 1945 in Garmisch-Partenkirchen unter dem Eindruck der Zerstörung seiner Münchner Wirkungsstätte, dem Nationaltheater, schrieb. Das von rhythmisch-melodischen Brüchen durchzogene Werk variiert Beethovens Trauermarsch-Motiv aus der «Eroica». Im Januar 1946 wurde es in Zürich uraufgeführt. Der europäische Sommer war da definitiv zu Ende. «Man sagt auch, Strauss habe das Stück im Andenken an die deutsche Kunstmusik komponiert, deren Ende er betrauerte», sagt Orchestermitglied Nicole Benz. Mit den «Metamorphosen» schliesst sich auch der Bogen des Konzertabends «Fabula».

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