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Ein Beethoven-Programm mit einer Anspielung auf apokalyptische Zeiten. © ZVG
Casino Bern

«Beethoven ist pure Energie»

Konzert Theater Bern zelebriert an drei Abenden Beethovens Musik. Anlass ist der 250. Geburtstag des deutschen Komponisten. «Ta ta ta taaaa» – Beethoven ist in jedem Ohr, zumindest seine legendäre 9. Sinfonie. Der deutsche Komponist und Pianist Ludwig van Beethoven führte die Wiener Klassik zur Vollendung und gilt als Wegbereiter der Romantik. Bis heute gehören seine Kompositionen zu den meist gespielten. Anlässlich Beethovens 250. Geburtstag wollte Konzert Theater Bern zum Saisonschluss ein «grosses musikalisches Fest» präsentieren. Mario Venzago, scheidender Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Berner Symphonieorchesters wollte die sieben in der laufenden Saison noch nicht gespielten Sinfonien des Jubilars erklingen lassen. «Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagt Venzagos langjährige Assistentin, die Dramaturgin Barbara Honegger. In so grosser Formation, wie es geplant gewesen wäre, dürfe nicht gespielt werden. Doch schliesslich habe man gemeinsam eine Lösung gefunden. «Unsere Musikerinnen und Musiker sind heiss darauf, wieder zu spielen», sagt Honegger. Sie hätten sich für eine «Symphonik en Miniature», verteilt auf drei Konzertabende entschieden. Glücklicherweise gebe es viele Bearbeitungen von Beethovens Musik, die für das damals eifrig musizierende Bürgertum, sprich für den kleinen Kreis geschrieben wurde. Das eigne sich nun hervorragend, um im Casino den Jubilar doch noch gebührend zu feiern, so Honegger.

Beethoven der Unterhalter

Bei Beethovens, oftmals als schwer empfundener Musik, schwingt viel Tragik mit. Bereits im Alter von 27 Jahren wurde der Komponist schwerhörig, mit 48 Jahren war er komplett taub und litt unter Tinnitus. Weniger bekannt sei seine andere Seite, meint Honegger. «Beethoven hat bei weitem nicht nur Hehres, sondern Musik mit starkem Unterhaltungswert komponiert.» Von tragisch bis lustig gebe es alles in seinem Repertoire. Der gemeinsame Nenner sei die unglaubliche Energie, die seine Werke inne hätten.

Mario Venzagos präsentiert an drei Abenden eher unbekannte Seiten des Komponisten, der sich auch für Volkstümliches begeistern konnte. Jedes Programm folgt dem gleichen Aufbau und ist doch anders: Es erklingen jeweils vier sogenannte Kontretänze, je vier Irisch/Schottische Lieder und am Schluss immer ein Satz aus einer Sinfonie in einer Bearbeitung. Dazwischen Kammermusik wie das Septett, das Oktett, das Klavierquintett und die «Frühlingssonate». Der Kontretanz war ein zu Beethovens Zeiten beliebter Gesellschaftstanz, bei dem Tänzerinnen und Tänzer sich paarweise gegenüber standen. Mit «Ruinen von Athen», einem Stück für Sprecher und Bläser, kommt auch ein für ein Festspiel konzipiertes Stück zum Zug. Mit den Ruinen – die ja gemeinhin für Zerfall und Melancholie stehen – spiele Mario Venzago augenzwinkernd auf die aktuelle, teils apokalyptisch anmutende Lage an, so Honegger.

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