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Bach ist überall: Der Schweizer Jugendchor interpretiert «Singet dem Herrn ein neues Lied» – ein Werk für zwei Chöre. © Ruben Ung
Diverse Orte, Thun und Umgebung

Bach, hochdosiert

10 Tage verschreibt sich Thun in den Bachwochen dem und den beliebtesten klassischen Komponisten der Gegenwart. Seine spirituelle Musik ist als Choral in der Stadtkirche Thun zu hören, es kommt zu Begegnungen von Bach mit Jazz und Bach im Bauernhof. Die achtstimmige Motette «Singet dem Herrn ein neues Lied» komponierte Johann Sebastian Bach als Kantor der Leipziger Thomaskirche in den Jahren 1726/27. «Das Werk ist sehr virtuos», sagt der Berner Dirigent Nicolas Fink, «es stellt hohe Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger.» Zurzeit studiert er die doppelchörige Komposition mit dem Schweizer Jugendchor für das Konzert im Rahmen der Bachwochen Thun ein. Bei der Darbietung werde es ihm allerdings nicht nur ums «Abliefern von Koloraturen» gehen, sondern auch um die Vermittlung der Inhalte: «Die religiösen Texte besitzen eine Tiefgründigkeit, in die sich sowohl der Chor als auch die Zuhörenden hineinbegeben können», sagt Fink.

Intimst und fortissimo

Im Anschluss führt der Schweizer Jugendchor noch ein weiteres doppelchöriges geistliches Werk auf: die «Messe pour double choeur a cappella» des Schweizer Komponisten Frank Martin. Auch dieses habe Potential, einen tiefen Eindruck zu hinterlassen, so Fink: «Der Ausdruck bewegt sich zwischen ganz intimen Momenten und stimmgewaltigen Fortissimi.» Als Farbtupfer und zur Auflockerung präsentieren die rund 45 Sängerinnen und Sänger dazu ein jazziges Vokal-Arrangement des Bach-Präludiums Nr. 9, woraus sich der Titel des Konzert-
abends, «Von Bach bis Jazz», erklärt.
Dieser erste Auftritt des Schweizer Jugendchors an den Bachwochen Thun markiert nun den Beginn einer regelmässigen Zusammenarbeit: Wie der künstlerische Leiter Vital Julian Frey ankündigt, wird er als «Choir in Residence» fortan alljährlich ein grösseres Werk von Johann Sebastian Bach für das Festival einstudieren.

Dieser Plan ist Teil der Vision einer Neuprofilierung, welche der Thuner Cembalist seit seinem Antritt 2016 verfolgte. Nun ist die Reorganisation auf allen Ebenen – Konzept, Erscheinungsbild, Administration – abgeschlossen. Die grundlegendste Neuerung ist laut Frey, dass die Bachwochen Thun ab jetzt nicht mehr nur alle zwei Jahre als Konzertreihe stattfinden, sondern jedes Jahr als zweiwöchiges Festival.

Klingendes Goldkästchen

Zu den Innovationen gehört auch die Kooperation mit der Hochschule der Künste Bern (HKB). In Zusammenarbeit mit Studierenden des Studiengangs «Music in Context» entstanden verschiedene Vermittlungsangebote, wie etwa die zwei Hofkonzerte auf Bauernhöfen, die bereits im Vorprogramm stattfanden, oder das «Phone concert» – eine interaktive, virtuelle Plattform zum Streamen des Chorkonzerts. Ausserdem gibt es rund um die Uhr eine Audio-Installation mit sieben klingenden Goldkästchen zwischen Schloss und Stadtkirche zu entdecken.

«Grand Tour»

Das Herzstück der Bachwochen Thun bleiben aber weiterhin die Barockkonzerte, an denen namhafte Gäste Musik von Johann Sebastian Bach, dessen Söhnen und Verwandten interpretieren. Highlights in diesem Bereich sind die Auftritte des Freiburger Barockorchesters mit Kristian Bezuidenhout am Cembalo, die «Grand Tour» mit der deutschen Blockflötistin Dorothee Oberlinger, oder die Duo-Darbietung von Vital Julian Frey und dem italienischen Fagottisten Sergio Azzolini.

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