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Fahrt durchs einstige Munitionslager im Militärstollen. © Frenetic Films AG
Kino Rex, Bern

Was untertage bleibt

Wenn Hinterlassenschaften des zweiten Weltkriegs plötzlich ein Dorfleben umkrempeln: Der Film «Mitholz» von Theo Stich begleitet die Menschen des Schweizer Dorfs, das für zehn Jahre geräumt werden muss.

Veranstaltungsdaten

DI 19.10.2021 18.00
MI 20.10.2021 18.00
«Kann ich Ihnen noch mehr zeigen?», fragt der Mann in orange leuchtender Montur und Helm. Der erbleichte Besucher der ersten öffentlichen Begehung des Militärstollens antwortet: «Nein, ich glaube, das ist mir genug.» Er, der nicht noch mehr Beunruhigendes über die scharfe Munition im eingefallenen Stollen hinter der massiven Bunkertür erfahren will, ist Bauer Ueli Künzi. Geboren in Mitholz, Kandertal, Jahre nach dem Unglück von 1947. Damals explodierten Teile des Munitionsdepots der Armee und brachten die Fluh vor dem Dorf zum Einsturz. Neun Menschen kamen dabei um, darunter Künzis ältere Geschwister und seine Grosseltern. Und seine Alp liegt unmittelbar auf der Fluh, die, wie man heute weiss, immer noch explosives Material enthalten soll.

Sorgen und Ängste

Der Film «Mitholz. Die explosiven Hinterlassenschaften der Armee» von Historiker und Journalist Theo Stich begleitete die vom VBS angeleitete Räumung und Umsiedlung anhand mehrerer Protagonisten im Dorf. Er hat deren Sorgen und Ängste aufgezeichnet und ihren Umgang mir den Entscheidungen «von oben»: Wie gefährlich ist die Hinterlassenschaft wirklich? Wo sollen wir hin? Wie werden wir entschädigt? Nebst den Dorfbewohnern hat Stich auch die Gemeindeversammlungen dokumentiert, ebenso sind viele Archivaufnahmen zu sehen, war doch der Film ursprünglich als Dokumentation über die Explosion von 1947 geplant gewesen. Die Räumungsankündigung kam nach Drehbeginn.

Offene Fragen

«Mitholz» ist ein Film in SRF­Manier: persönlich, informativ, dokumentierend. Was im Film fehlt, sind Erklärungen der Entscheidungsträger. Ob wegen Geheimhaltungsklauseln des Bundes, bleibt unklar. Und somit bleiben Fragen offen: Wie kann es sein, dass das VBS schon 1986 von einem noch scharfen Blindgänger wusste und nichts weiter unternahm? Warum wurde nach der Explosion keine Räumung unternommen? Sprechen also die Dorfbewohner zu Recht davon, dass sie angelogen wurden? Fragen, die vielleicht an der auf die Premiere folgende Podiumsdiskussion im Kino Rex beantwortet werden. Mit Stich diskutieren der Historiker Jakob Tanner, Adrian Götschi und Hanspeter Aellig (VBS). SRF-Moderator Matthias Baumer moderiert.

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Mitholz

Ein Ort im Berner Oberland wird geräumt, da sich in einem Felsen noch scharfe Munition befindet.  Lenk, Lenk im Si ... 19.10.2021, 18.00
Kino

Mitholz

Ein Ort im Berner Oberland wird geräumt, da sich in einem Felsen noch scharfe Munition befindet.  Movie World, Spiez 20.10.2021, 18.00

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