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Angetan von der Idee der ewigen Jugend: Alain, Marie und Gérard in «Incroyable mais vrai».© Praesens Film
Jetzt im Kino

Die Spannung der Komödie

Seine Plots sind so unwahr, dass sie auf der Leinwand extrem Spass machen. Mit «Incroyable mais vrai» wagt sich Quentin Dupieux, der französische Kult-Regisseur des Absurden, erneut an eine Komödie.

Veranstaltungsdaten

MI 17.08.2022 15.30

Erzählungen über urbane Mythen und Räuberpistolen beginnen mit Beteuerungen, dass sie wahr seien und dennoch fast nicht wahr sein könnten. Dieser Logik – oder Willkür – muss man sich aussetzen, wenn man Filme von Quentin Dupieux schaut. Der französische Regisseur und Musiker mit Pseudonym Mr. Oizo, ja, der mit dem Nonsens-Stofftier Flat Eric, hat in seinem neusten Streifen «Incroyable mais vrai» genau das zum Thema gemacht: Unglaubliches, aber Wahres. Dupieux ist Meister des Absurden, Komischen und Skurrilen und beweist sein Gespür für Spannung in dieser «Satire über menschliche Obsessionen», wie es im Filmbeschrieb der Berlinale heisst.

Pneus, Dumpfbacken, Wildlederjacken

Der Film setzt dreimal an, um ein Geheimnis zu lüften. Und dreimal macht Dupieux genau da, wo man beinahe aus dem Stuhl fällt, einen Schnitt, selbst wenn man weiss, dass dabei nichts wirklich Ernsthaftes herauskommen wird. Denn in Dupieux’ Filmen sind mordende Autopneus die Protagonisten («Rubber», 2010). Oder zwei Dumpfbacken, die eine übergrosse Fliege auf Banküberfälle abrichten wollen («Mandibules», 2020). Oder ein Mann, besessen von seiner Wildlederjacke mit scheinbaren Superkräften («Le Daim», 2019). Doch so brutal und blutig seine früheren Filme waren, zusehends – vielleicht auch mit den regelmässigen Filmpremieren in Cannes und Berlin – arbeitet Dupieux mit verdaulicheren, komödiantischen Mitteln.

Obsession mit dem Jungsein

Anders als beim Vorgänger «Mandibules» und so wie es aussieht auch dem noch zu erscheinenden Film «Fumer fait tousser», wird in «In­croyable mais vrai» etwas weniger dick aufgetragen. Bei all der Obsession mit dem Jung- und Attraktivbleiben, bleiben Beziehungen und Körperteile auf der Strecke. Das Ehepaar Marie (Léa Drucker) und Alain (Alain Chabat) kauft sich ein Haus mit einem magischen Kellerloch: Jedesmal, wenn man es betritt, verliert man zwölf Stunden des Tages, wird dafür aber drei Tage jünger. Marie hegt deswegen plötzlich neue Lebenspläne, was mit einem fatalen Problem endet. Was Alains Chef Gérard (wunderbar kotzbrockig: Benoît Magimel) wiederum tut, um seinen Mann zu stehen, soll hier nicht verraten werden.

Events zu diesem Artikel

Kino

Incroyable mais vrai

Ein Paar entdeckt in seinem Keller ein Tunnel, der sie bei jedem Durchgang um drei Tage jünger macht.  CineABC, Bern 17.08.2022, 15.30

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