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Mogli (Maria Berchtold) bei den Affen. © Felix Peter
Theater Szene, Bern

«Mit Vorstellungskraft die Tierwelt zum Leben erwecken»

Das Theater Szene bringt mit «Das Dschungelbuch» einen Klassiker auf die Kinderbühne. Mit Geräuschen, Kletter­elementen und Fantasie wird eine indische Dschungelwelt geschaffen.

 

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des Findelkindes Mogli, das bei Wölfen aufwächst, einen vernünftigen Freund hat, den schwarzen Panther Bagheera, und den Bärenfreund Baloo mit Laisser-Faire-Attitüde. Das Theater Szene eröffnet seine Saison mit dem berühmten Dschungelbuch. Hierfür hat sich die Regisseurin Mägie Kaspar stark mit dem Werk des britischen Autoren Rudyard Kipling aus dem Jahr 1894 auseinandergesetzt und eine gekürzte Fassung für Kinder ab 6 Jahren geschrieben.

Deshalb wird die Geschichte auch für jene etwas Neues sein, die den Trickfilm schon mehrmals gesehen haben: «Der Mogli im Stück ist ein viel selbstbestimmterer Junge, als er im Disney-Klassiker dargestellt wird. Das Stück orientiert sich eher am Buch», sagt Regisseurin Kaspar. So sei es am Anfang eine Diashow, die zur Einführung erklärt, wie Mogli genau zu den Wölfen kam. Im Zentrum des Stücks steht unter anderem, Moglis Zerrissenheit zwischen zwei Welten - er ist weder Mensch noch Tier. Aber auch vom Buch distanziert sich Kaspars Fassung stark: «In die Handlung fliessen zeitaktuelle Themen wie Brand­rodung oder gewaltfreie Konfliktbewältigung mit ein.»

Reduktion für mehr Fantasie

Säulen und Kletterelemente an den Wänden oder Felsen im Hintergrund, die zu einem Häuschen umfunktioniert werden, lassen die Bühne zur indischen Dschungellandschaft werden. Um den Dschungel auf die Bühne zu bringen, wird nicht nur mit visuellen Elementen gespielt: «Wir nutzen Geräusche, die das sinnliche Erlebnis stärken. Bei heiteren Szenen ist das zum Beispiel Vogelgezwitscher, bei Nacht das Zirpen der Grillen», sagt Kaspar. Bei den Kostümen greift das Theater Szene auf reduzierte Mittel zurück und setzt auf eine körperliche, choreographische Umsetzung. Ba­gheeras vernünftiger und strenger Charakter etwa tritt auf in einem Samtanzug. Die Elefanten werden spielerisch mithilfe von Giesskannen dargestellt. «Kinder können alles sein ohne sich gross verkleiden zu müssen», sagt Kaspar. Deshalb sei das Spiel viel wichtiger als das Kostüm. «Die Vorstellungskraft lässt die prächtige Tierwelt zum Leben erwecken.»

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