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Brandy Butler und Ivy Monteiro wollen queere Vorbilder schaffen und sein. © Patrick Mettraux
Schlachthaus Theater, Bern

Kinder reden Tacheles

Zum zweiten Mal ist das Schlachthaus Theater Teil von «Oh Body!», den feministischen Theater- und Performancetagen. Teil des Programms ist auch «Drag Queen Story Time». Verhandelt werden mit Kindern und Erwachsenen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung.

Brandy Butler ist Kinderpädagogin, Mutter, Musikerin und hat gemeinsam mit Drag Queen und Performer*in Ivy Monteiro das Projekt «Drag Queen Story Time» gegründet. Mittlerweile ist das zweiköpfige Team zu einer «Drag-Family» gewachsen: Ennia Face, Evalyn Eatdith und King Jo gehören auch dazu – sie alle übernehmen abwechselnd die Drag-Rolle an Butlers Seite.

In «Drag Queen Story Time», einer performativen Lesestunde für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren, verhandelt Butler im Schlachthaus mit Ennia Face, Kindern und Eltern Themen wie Gleichberechtigung, Genderidentität und Selbstbestimmung.

Queere Vorbilder

«Ich sehe meine Rolle dabei als Anknüpfungspunkt oder Brücke zwischen den Kinder und den Drag Queens und Drag Kings», sagt Butler, die mit den Vorlesestunden einen Raum schaffen möchte für Fragen, Neugierde und eine Offenheit mit der die Kinder queeren Vorbildern begegnen können.

Dazu wird nicht einfach ein Buch vorgelesen während die Kinder still im Kreis sitzen und zuhören. Ganz im Gegenteil: Sie werden eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und mit ihren Fragen selbst einen Diskurs zu starten. Gespräche, die auch später zu Hause noch weitergeführt werden können.

Zivilcourage vermitteln

Die vermittelten Themen sind so vielfältig und abwechslungsreich wie die Menschen im Saal: Es geht mal um Selbstbilder, mal um Familienbilder oder auch um Superheldinnen. Butlers Geschichten machen die Thematik für die Kinder greifbar, gleichzeitig werden darin Minderheiten berührt und Selbstbestimmung gefördert.

Nebst den pädagogischen Geschichten gibt es aber es auch sehr aktive Elemente: Es wird gemalt, getanzt und mit Kleidern und Schminke experimentiert, in einem Raum, in dem Kinder sein dürfen, was sie sein möchten. Die Performance zusammen mit den Drag Queens und Kings ermutigt, sich selbst zu entdecken, fluide Geschlechteridentitäten kennenzulernen und Drag nicht einfach als Männer in Frauenkleidern und Schminke oder als Frauen in Männerkleidern abzutun. Damit einher geht auch, sich nicht festlegen zu müssen, und an alteingesessenen Etikettierungen zu rütteln. Wichtige Punkte sind dabei auch die Toleranz gegenüber Vielfalt, und die Zivilcourage, für andere Menschen einzustehen, und, auch als Kind, sich für andere starkzumachen.

In den Kindern sieht Butler grosses Potenzial um diese Werte schon von klein auf zu stärken. Drag Queens und Drag Kings bilden einen guten Kon­trast zu den Erwachsenen, um sich zu fragen, wie Genderidentität als Mensch gestaltet werden kann.

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