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Tanz, Körper, Gefühl: In «Love» wird die Liebe auch ausserhalb der Worte erkundet.© Lula Pergoletti
Grosse Halle, Bern

Wenn der Körper die Sprache ablöst

«Love» ist sinnlich und politisch, verwebt Tanz mit Text und Persönliches mit Politischem: Das temporeiche Tanzstück von Marcel Leemann und Nicolas Streit ist in der Grossen Halle zu sehen.

«35 ways to define my vove / all my love that drowns you drunk / I grew up to believe / in this fucking silly dream / monogamous, monogamous, monogamous», rappt Tänzer Winston Ricardo Arnon zum Beginn des Stücks «Love». Liebe ist mindestens so vielfältig wie deren Sender und Empfängerinnen. Es gibt heimliche Liebe, toxische Liebe, erwiderte und unerwiderte Liebe, bedingungslose Liebe und Selbstliebe – um nur eine Handvoll zu nennen.

Schwarz mit goldenem Schein

Zur Melodie von Fergies «My Humps» räsoniert das Tanzensemble aus Arnon, Yusimi Moya Rodriguez, Rubèn Garcia Arabit, Angela Demattè und Konstantinos Krandiotis über die Liebe – oder was uns die Gesellschaft als diese verkauft. Und dort, wo die Sprache aufhört, spricht der Körper. Gemeinsam mit den fünf Performer*innen aus fünf verschiedenen Ländern entwickelten der Choreograf Marcel Leemann (Physical Dance Theater / Junge Bühne Bern) und der Dramaturg Nicolas Streit ihr Stück «Love». Zu einer Handvoll Liebeslieder, in dumpfen, elektronischen Sounds gehalten (Musik: Martin Waespe), vermischt sich auf der in Schwarz gehaltenen, kreisrunden Bühne, um die sich das Publikum wie in einer Arena versammelt, Privates und Politisches. Atemlos wird nach neuen Formen der Liebe gesucht, über den besten Kuss geschwärmt, über das chemische Zusammenspiel von Oxytocin und Dopamin diskutiert. Über der Bühne schwebt ein Halo-artiger Lichtkreis in Gold, der das Geschehen in elegantes, schmeichelndes Licht taucht. Ein bisschen so, wie die Liebe das Leben weichzeichnet.

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