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Wie erleben Mitmenschen die Fahrt im ÖV? «Time to move» lädt zur Kopfreise.© Driss Manchoube

Was uns bewegt

Im Stück «Time to Move» begibt sich das Publikum auf eine Fahrt mit dem ÖV – und in die Köpfe von Fahrgästen: Darunter sind Migrantinnen, Senioren und Altein­gesessene. Eine Tramfahrt und mentale Reise in einem.

Das Stück «Time To Move» bringt sein Publikum buchstäblich in Bewegung. Für das Publikum heisst das konkret: Einsteigen, mitfahren, umsteigen und Ziel unbekannt. Alles beginnt bei einer Haltstelle eines regulären ÖV-Transportmittels, unterwegs finden erste szenische Interventionen statt. Wo man umsteigt und schlussendlich landet, weiss die Reisende nicht. «Time to Move» ist ein gemeinsames Projekt von Bernmobil, Junger Bühne Bern, Grosser Halle, Schlachthaus Theater und Radio Rabe.

Abfahren

Das Publikum begibt sich darin auf eine imaginäre Reise durch die Köpfe der Fahrgäste im ÖV. Grundlage des Stücks bilden 300 Interviews, die 2019 mit Menschen im öffentlichen Verkehr entstanden. Ziel war, fassbar zu machen, was die Reisenden verbindet, unterscheidet und wie sie die Reise im ÖV erleben. So geht einer der Interviewten, ein Mann aus Algerien, der Frage nach, warum es in den Berner Trams so ruhig ist: Es liege an der Kultur und der Religion, dass man hier anerzogen bekomme, seine Gedanken nicht in der Öffentlichkeit zu äussern. Eine pensionierte Frau wiederum erzählt, dass sie sich das Altwerden anders vorgestellt habe: Mit ihrem 
demenzkranken Mann sei Reisen schwierig geworden; die Spontanität sei abhandengekommen und der Tagesablauf beanspruche viel mehr Zeit.

Ankommen

Angekommen am geheimen Spiel­ort, trifft das Publikum auf eine Miniaturstadt mit Berner Tramstationen, einem Modellbus, Musik und szenischen Interpretationen der Interviews. Die Auftretenden sind sehr divers: Jugendliche, über 80-Jährige, alteingesessene Bernerinnen, Zugezogene, Migranten und ehemalige Asylsuchen­de empfangen die Fahrgäste. Mit dabei ist etwa die 71-jährige Brigitte Zbinden, die auch selbst Interviews geführt hat. Im Gedächtnis geblieben sei ihr ein sehr engagierter Herr im Breitenrain: «Er gab Auskunft über alle Bäume im Quartier.» Eine inspirierende Gedankenreise.

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