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Endlich wieder offen: Christoph Hoigné in seinem Reich im La Cappella. © Lea Moser
La Cappella, Bern

«Vor Ort sein gehört dazu»

Das Kleintheater La Cappella meldet sich zurück aus dem Lockdown und präsentiert mit «Phönix» ein Eröffnungsprogramm. Weshalb ein Livestream kein Thema für sein Theater war, sagt Leiter und Gründer Christoph Hoigné im Gespräch.

Christoph Hoigné, auf der Facebook-Seite der La Cappella liessen Sie verlauten, Ihr Lokal so bald wie möglich wieder zu bespielen, für egal wie viele Menschen.
Selbstverständlich! Das Live-Erlebnis ist unser A und O.

Ein Livestream war keine Option?
Nein. Wir bieten ein Gesamterlebnis. Da gehört vor Ort sein dazu. Nur so lässt sich mit dem sechsten Sinn die Magie wahrnehmen, wenn ein Künstler das Publikum in den Bann zieht. Von mir aus gesehen waren die vielen Livestreams in dieser zeitlich relativ überschaubaren Zwangspause oft hilflose Versuche, Präsenz zu markieren. Das Erlebnis entfaltet sich doch erst, wenn man Leute trifft, sich austauscht, in der Pause vielleicht noch ein Getränk auswählt. Dies zu ermöglichen, ist unsere Leidenschaft.

Wie haben Sie den Lockdown überbrückt?
Wir haben uns Ende April spontan entschlossen, den Theatersaal zu renovieren. Von der Decke bis zum Boden haben wir alles neu gestrichen, das ganze Team machte mit. Nach einem Crashkurs im Flachmalen haben wir grundiert und gespachtelt. Das Resultat ist wunderbar: dunkelrote Wände, das fein strukturierte Holzwerk in drei verschiedenen Grautönen gestrichen – sehr elegant!

«Phönix» heisst Ihre vierteilige Eröffnungsreihe. Was dürfen wir erwarten?
Aus der griechischen Mythologie ist der Vogel vielen bekannt: er verbrennt und steigt aus der eigenen Asche wieder empor. Für uns steht die Geschichte sinnbildlich für unsere Rückkehr. Inhaltlich haben wir den Bogen weit gespannt: vom musikalischen bis hin zum politischen Kabarett, Poetry Slam, Spoken Word. «Phönix» ist innerhalb von wenigen Tagen entstanden, gemeinsam mit dem Autor und Kabarettisten Christoph Simon, der die Vorstellungen moderiert. 15 Künstlerinnen und Künstler machen mit. Und alle sagten mit Begeisterung zu, niemand hat dabei nach der Gage gefragt. Alle waren einfach froh, wieder auftreten zu können.

Das untermalt leider die romantische Vorstellung, dass Künstler gewillt sind, auch für wenig Geld aufzutreten, allein deshalb, weil sie es so gerne tun.
Klar, man darf das eine nicht mit dem anderen vermischen. Für die Bühnenkunst war das Veranstaltungsverbot eine Katastrophe, die sich über lange Zeit auswirken wird. Gerade die Kabarettszene spricht besonders auch Menschen aus der Risikogruppe an. Wir werden kleine Tische aufstellen, in allen möglichen Farben und Formen, um Distanz wahren zu können. Das gibt zwar eine etwas andere Atmosphäre als sonst, aber trübt keineswegs unsere Freude über den «Openup».

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