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In und mit «Erinnerungen schwimmen» – Die neuste Choreografie von Schneider.© Daniela Buchholz
Dampfzentrale, Bern

Tanzen, all inclusive

Susanne Schneider, Choreografin und künstlerische Leiterin von «BewegGrund.Das Festival», erzählt von ihrem Wunsch, Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen mit Tanz zu erreichen.

Susanne Schneider studierte in England die Bewegungslehre nach Rudolf von Laban (1879-1958), dem ungarischen Tanzpädagogen und Mitbegründer des Ausdruckstanzes. «Ich suchte nach Tiefe im Tanz», erzählt sie im Gespräch. Klar, die schöne Form sei auch wichtig, aber sie allein genügte ihr nicht. Als sie ein Stück der Candoco Dance Company sah, entdeckte sie den inklusiven Tanz, bei dem Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Körpern zusammen tanzen. «Das wollte ich nach Bern bringen», so die Tanzpädagogin und Choreografin. 1998 gründete sie den Verein «BewegGrund», 1999 fand das erste Festival statt. Spielstätten der diesjährigen, 12. Festivalausgabe sind die Dampfzentrale und die Heitere Fahne. «Als wir angefangen haben, gab es kaum inklusive Veranstaltungen», erinnert sich Schneider. «Wir mussten kämpfen, um von der Kulturförderung ernst genommen zu werden, und klar machen, dass wir kein Sozialprojekt sind, sondern künstlerisch hochstehende Arbeit leisten.» Heute sei das anders.

Bewegung beschreiben

Dieses Jahr kann man Stücke online und live erleben. Es gibt Eigenproduktionen, Workshops und Gastspiele zu entdecken. Gemeinsam mit einer deutschen und einer spanischen Truppe präsentiert die Cie BewegGrund den dreiteiligen Abend «Ich war einmal. Nun bin ich.», an dem drei Kurzstücke zu sehen sind, bei denen die Choreografie und Gruppen ausgetauscht wurden. Der Abend handelt vom Sich-Erinnern. Erfahrungen der Tanzenden werden dabei in bewegte Bilder übersetzt.

Eröffnet wird das Festival mit dem Tanzsolo «Helliot» des spanischen Tänzers Helliot Baeza, der mit Down-Syndrom geboren wurde. Das Stück wird für blinde Zuschauer live kommentiert. Audio­deskriptionen seien im Film bereits Standard, im Tanz aber noch selten, so Schneider. «Es ist eine Herausforderung, Tanz zu übersetzen, da ja oft mehrdeutige, poetische Dinge auf der Bühne passieren.»

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