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Was bietet dieser Bühnenraum eigentlich für Inszenierungsmöglichkeiten?© Sabine Burger

Sehnsuchtsort Bühne

Geplant war ein Doppelabend mit zwei Bühnenstücken der Cie BewegGrund. Die Berner Bühnenkünstlerinnen Kathrin Yvonne Bigler und Christine Hasler haben nun aus dem Audio­track für eine Performance ein Hörstück gemacht. Über die Bühne als realen Sehnsuchtsort.

«Die Bühne füllt sich mit Wasser, ganz langsam, stetig steigt es. Das Meer. Der See. Der Fluss. Der Tümpel. Der Wassertropf. Tropftropftropf. Die sieben Stiefel der sieben Zwerge schwimmen mit, schwimmen obenauf, die Zwerge sind weg.»

 So surreal sind die Gedanken, Wünsche und Träume im Hörstück «Schliess die Augen und stell es dir vor … – ein Hörstück für Bühnenträume» der Cie BewegGrund. Oder ein Zebra auf der Bühne. Ein Mann, der einfach in einem Bett schläft. Und immer wieder ein weisses, langes Kleid und eine Frau, die von der Decke herunterschwebt. Und jemand will schlicht «unsichtbar auf der Bühne stehen».

Angefangen hatte es damit, dass ein grosses Projekt der beiden Bühnenkünstlerinnen Kathrin Yvonne Bigler und Christine Hasler, das in Frutigen hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde. So kam die Idee auf, sich mit ihrem Team, bestehend aus Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigung, Hobby-Bühnenmenschen und angehenden Profis, vorzustellen, was sie – ganz ohne irgendwelche Ein­schrän­kungen – mal auf der Bühne machen und erleben wollten. Sich dem «Sehnsuchtsort Bühne» nähern. Träume. Wünsche. Machbares. Unmachbares. Im Sommer haben sie die Themen gesammelt, da wusste noch keiner, dass es erstmal kein Bühnenstück werden würde. «Wir arbeiten eigentlich immer mit Liveperformance auf der Bühne in Kombination mit eingespielten Soundtracks», sagt Bigler. Der Soundtrack und die Szenographie als bestehendes Gerüst, die Performance oft improvisierend.

Keine Kurzalternative

Durch das lange Nicht-auf-der-Bühne-Stehen ist diese nun zu einem wirklichen Sehnsuchtsort geworden. «Was erst eine eher zufällige gedan­kliche Spielerei war, eben, was wir uns mal auf die Bühne wünschen, hat nun eine ganz neue Bedeutung erhalten. Für uns alle», so Bigler. Glücklicherweise war dann schon das Traum- Material aus dem Sommer da: «Videostreamen wollten wir nicht. Es gibt Dinge, die brauchen ein Live­publikum. Also haben wir den Bühnen-Teil noch gar nicht erarbeitet.» So wird nun am Wochenende der eigentlichen Premieren auf der Home­page der Dampfzentrale ein Link zur Verfügung stehen, unter welchem man in die Welt der ausgearbeiteten Version des eigentlichen Soundtracks und nun eigenständigen Hörstückes «Schliess die Augen und stell es dir vor… – ein Hörstück für Bühnenträume» eintauchen kann.

Keine Hör- oder Kurzalternative gibt es für den zweiten Teil des geplanten Doppelabends, für das Tanzstück «gliich | anders: variiert» der Cie BewegGrund. Der gesamte Doppelabend wird einfach dann aufgeführt, wenn man wieder darf. Samt Bühnenträumen, samt Tanzwirbeln, samt Trommeln und Menschen, die wortlos von links nach rechts gehen, samt weissen Kleidern und Goldfischen. Vielleicht.

«Der Vorhang wird nass. Das Wasser steigt. Steigtsteigtsteigt. Das Meer. Die Sintflut. Das Goldfischglas. Schneewittchen hat sich schön gemacht.»

Der Link zur Veranstaltung
ist zwischen Sa., 23.1.
und So., 24.1. verfügbar
www.dampfzentrale.ch

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