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Die britische Tanzkompanie Stopgap setzt auf Persönlichkeiten und Humor. © Chris Parkes
Stadttheater und Dampfzentrale, Bern

Mehr Tanz, weniger Angst

Mit zwölf internationalen Kompanien tourt Steps, das Festival für zeitgenössischen Tanz, durch die Schweiz. In Bern macht es Halt im Stadttheater und in der Dampf­zentrale. Die Festivalleiterin Isabella Spirig im Gespräch.

Seit dem Tod seiner Frau hat sich Dave in sein Wohnzimmer zurückgezogen, wo er in einer fabelhaften Zwischenwelt lebt. Das Stück «The Enormous Room» der britischen Stopgap Dance Company behandelt das Thema Verlust und stimmt einen dank einer guten Portion britischen Humors keinesfalls depressiv. Isabella Spirig, künstlerische Leiterin des Tanzfestivals Steps, bezeichnet die Gruppe, die sich aus sechs prägnanten Künstlerpersönlichkeiten mit und ohne Behinderung zusammensetzt, als «kleine Perle der Extraklasse».

 

Das Festival sei ein «Kamikaze-Projekt», wie Spirig sagt. Und tatsächlich sprengt das Format mit 83 Vorstellungen von zwölf internationalen Gruppen jeglichen Rahmen. «In Bern gibt es zwei für den Tanz relevante, grossartige Häuser: das Konzert Theater Bern und die Dampfzentrale, die beide hervorragende Programme zusammenstellen», sagt Spirig. Das Programm von Steps gestalte sie ergänzend dazu, wobei sie Wert auf Vielfalt und Zugänglichkeit lege: «Steps bringt den Tanz zu den Menschen. Wir möchten die Schweizer Bevölkerung dazu verführen, sich Tanz anzusehen und diese Kunstform zu entdecken, ihnen die Angst davor nehmen», so Spirig.

Keine Vorkenntnisse nötig

Das Leitthema der 30-Jahr-Jubiläumsausgabe von Steps ist Mut. «Es herrscht momentan eine grosse Verunsicherung in der Gesellschaft. Wir haben Angst vor dem Fremden und vor der Zukunft. Ich glaube, Tanz kann Aufbruchstimmung und neue Formen spielerisch vermitteln und Utopien auf die Bühne bringen.» Für den Tanz wünscht sich die Festivalleiterin, dass die Bevölkerung die Angst davor, etwas vielleicht nicht zu verstehen, ablege: «Bei Steps sind Vorkenntnisse nicht notwendig. Ich will das Programm so gestalten, dass man in die Vorstellung geht und etwas erlebt».

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