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Nach der Befreiung der Hoftiere erwartet sie schon bald die Unterdrückung.© Marcel Schmid
Theater am Käfigturm, Bern

Mechanik der Macht

George Orwells «Farm der Tiere» handelt vom Misslingen einer Revolution. Regisseurin Renate Adam inszeniert die zeitlose Fabel mit der Zytglogge Theater-Gesellschaft Bärn.

Jahrelang wurden sie von ihm unterdrückt und schlecht behandelt, nun holen sie zu einem Befreiungsschlag aus. Die Tiere auf einer Farm in England verjagen ihren Besitzer und übernehmen gemeinsam den Hof. Mit Gefühlen der Erleichterung und der Hoffnung, nun endlich ein würdevolles und gleichberechtigtes Leben führen zu können, beginnt das Stück «Farm der Tiere». Doch die gemeinsam erschaffenen Ideale und Strukturen der Hoftiere werden durch die subtile Machtübernahme der klugen Schweine ausgehebelt, die sich nach und nach eine Vormachtstellung aufbauen.

Kritik mit hoher Aktualität

«Für die anderen Tiere zieht sich die Schlinge nach ihrer Befreiung sehr schnell wieder zu», erzählt Renate Adam, die bei dieser Produktion hinter dem Regiepult steht. Der Schriftsteller George Orwell verurteilte mit der dystopischen Fabel aus dem Jahr 1945 den Stalinismus, der aus seiner Sicht die ursprünglichen sozialistischen Ideale verfälschte. Orwells Kritik ging aber weit über eine blosse Stalinismusschelte hinaus: Er warnte davor, dass jede Revolution zu neuer Unterdrückung führen könne. «Im Grunde genommen behandelt das Stück die universelle Frage, wie Systeme, die auf Macht beruhen, funktionieren», so Regisseurin Adam weiter. «Wir leben in einer Zeit, in der soziale Missstände und Ungerechtigkeiten überall deutlich werden. Das Stück könnte aktueller nicht sein.» Diese Aktualität hätten auch die rund 14 Schauspieler*innen der Zytglogge Theater-Gesellschaft Bärn beschäftigt, so sei nicht nur auf, sondern auch neben der Bühne rege diskutiert worden.

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