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Für Philippe Kuhn und Patti Basler ist das ganze Leben ein Nachsitzen.© Tibor Nad
Le Singe, Biel

Lebenslang nachsitzen

Die Komödiantin Patti Basler und der Pianist Philippe Kuhn präsentieren im Le Singe ihr Programm «Nachsitzen. Aus Gründen». Ein Gespräch über Comedy, Kabarett, gute Ideen und Goethes Weisheiten.

Patti Basler und Philippe Kuhn, mussten Sie in der Schule als Kind schon mal nachsitzen?
Philippe Kuhn:
Ich musste im Klavierunterricht nachsitzen. Nun spiele ich Klavier beim Nachsitzen auf der Bühne. So schliesst sich der Kreis.
Patti Basler: Ich verbrachte regelmässig die Mittwochnachmittage in der Schule beim Nachsitzen. Das war immer noch besser als die Arbeit auf dem heimischen Bauernhof.

Patti Basler, haben Sie als einstige Lehrerin schon Kinder nachsitzen lassen?
PB: Ich fürchte, dass ich in meinen Anfangszeiten zu diesem Mittel griff, allerdings nur, weil ich die Jugendlichen so gerne in meiner Nähe hatte. Selbst an freien Nachmittagen.

War es Ihre Idee, Ihr Programm «Nachsitzen. Aus guten Gründen» zu nennen?
PB: Ja, «Nachsitzen» ist von mir. Denn in meinem Zweitstudium als Erziehungswissenschaftlerin, Soziologin und Kriminologin habe ich gemerkt, dass das ganze Leben ein Nachsitzen ist und man nie ausgelernt hat.
PK: Stimmt, Patti wars. Die guten Ideen für Titel habe sonst aber immer ich. Beim satirischen Radio-Sorgen-Telefon «Die dargebotene Faust» war ich Namensgeber.

Sie analysieren in Ihrem Stück die Gründe fürs Nachsitzen. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?
PK:
Ja. Goethe sagte schon: «Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. Manchmal hat’s halt keinen Flügel. Dann muss ein Klavier reichen.»

Sie nutzen Nachsitzen also eher als Metapher?
PB:
Es geht um Lifelong-Learning.Mit Nachsitzen im engeren Sinn hat das Programm also gar nichts zu tun. Aber man kann sitzen nach getaner Arbeit und sich unterhalten lassen.

Passen Sie Ihr Programm der momentanen Weltlage an?
Beide:
Unser Programm ist ohnehin jeden Abend anders und angepasst. Dem Krieg und dem Hass möchten wir gerne Kultur und Humor entgegen­setzen. Natürlich nehmen wir auf Stimmungen und auch auf politische Umstände Rücksicht. Wir machen ja polit-satirische Comedy. Früher nannte man das Kabarett.

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