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Hans Danner, Gulshan Sheikh und Mirko Roggenbock verkörpern sieben Figuren.© Severin Nowacki
Das Theater an der Effingerstrasse, Bern

Klassiker im Kleinformat

Die neue Saison des Theaters an der Effingerstrasse beginnt im Sturm: Ein kleines Team bringt Shakespeares Klassiker «Der Sturm» auf die Bühne und spielt mit der Kraft der Literatur und Fantasie.

Veranstaltungsdaten

FR 23.10.2020 20.00

Eigentlich war erst ein anderes Stück geplant. Auch Shakespeare zwar, ein Klassiker ebenso. Doch auf der Bühne des Theaters an der Effingerstrasse wären acht Personen gestanden. Momentan zu viel für die Theatergrösse und mit den Schutzmassnahmen kompliziert zu proben. Tägliches Fiebermessen, genügend Abstand halten. Nun sind es drei Menschen, welche sieben Figuren verkörpern und so mit Shakespeares «Der Sturm» sowohl die neue Saison wie auch die erste Spielzeit Alexander Kratzers als künstlerischen Leiters des Theaters eröffnen.

«Der ‹Sturm› steht für Fantasie und für die Kraft der Literatur», so Kratzer «das ist doch das, was wir momen­tan brauchen. Und Shakespeare ist schlicht ein hervorragender Erzähler.» Dass sie sich als Team für den Wechsel im Eröffnungsstück entschieden hatten, sieht Kratzer als eine Art Mehrwert der sonst so schwierigen CoronaSituation: Dinge neu und anders denken. Geplantes hinterfragen. Anpassen. Ändern. «Wir waren alle ganz plötzlich auf uns zurückgeworfen. Hatten viel Zeit herauszufinden, was essenziell ist, was wir wirklich wollen.» Ganz analog zum Stück: Mitten im Sturm, gestrandet auf der eigenen Insel. Eine wunderbare Parallele also, das momentane Leben mit diesem Stück aufzunehmen.

Eingedampft

«Ich will Geschichten erzählen, die Aktuelles aufgreifen», sagt Kratzer. Etwas, wofür das Theater an der Effingerstrasse steht. Aus früheren Regie­arbeiten, Koproduktionen und langer Freundschaft kennt er die Geschichte des Hauses gut und will nun daran anknüpfen. Sein Ziel: Ein Klassiker aus der Theaterliteratur in «eingedampfter» Form pro Spielzeit.

So ist also auch der «Sturm» total reduziert. Aus eigentlich 20 Rollen machte Joachim Lux eine Fassung für deren sieben, die nun eben von drei Menschen verkörpert werden, mit extra für diese Fassung komponierter Musik von Gilbert Handler. Neben dem Österreicher Hans Danner und dem Norddeutschen Mirko Roggenbock, steht, zum ersten Mal seit ihrer Ausbildung in Hamburg, die Bernerin Gulshan Sheikh auf einer professionellen Theaterbühne ihrer Heimatstadt.

Jeder auf der Bühne bekommt also zwei bis drei Rollen. «Es ist spannend, im Kleinen, Privaten zu zeigen, was in der Gesellschaft geschieht», so Kratzer auf die Frage, was diese Komprimierung mit den Personen und Figuren mache. «Jeder Mensch hat verschiedene Farben und Facetten. Verkörpert man mehr als eine Figur auf der Bühne, geschieht dies in Extremis.» Neben dem Zauberer Prospero und seiner Tochter Miranda, leben die fantastischen Figuren Luftgeist Ariel und Monster Caliban auf der Insel. Durch die erworbene Zauberkraft der Bücher, herrscht Prospero über die beiden und rächt sich schliesslich mit einem he­raufbeschworenen Sturm an seinem Bruder und dessen Verbündeten. All das bringt das kleine Team an die Effingerstrasse.

Events zu diesem Artikel

Bühne

DER STURM Zauberhafte Komödie von William Shakespeare

Regie: Alexander Kratzer Ausstattung: Katia Bottegal Musik: Gilbert Handler, Licht: Marek Streit Mit: Hans Danner, Mirko Roggenbock, Gulshan Sheikh  DAS THEATER an der Effingerstr ..., Bern 23.10.2020, 20.00

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