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Die beiden Protagonist*innen Jean und Ruth denken ihr Privatleben in Renditen.© Severin Nowacki
Das Theater an der Effingerstrasse, Bern

Kein überflüssiges Wort

Das Theater an der Effingerstrasse zeigt die Premiere von «Das weisse Dorf»: ein komisch-trauriges Kammerspiel, in dem die zwei Protoganist*innen alles dransetzen, nicht den Sehnsüchten zu verfallen.

Zufällig sind Ruth und Jean sich an Deck erneut begegnet. Auf einem Kreuzfahrtschiff, welches sie mit ihren jeweiligen Partner*innen betraten. Vor langer Zeit einmal waren sie ein Paar, dann trat Jean eine Stelle in den USA an. Man trennte sich, es war keine grosse Sache. Ruth und Jean sind berechnend, sie denken in Rendite und Erfolg, selbst in ihrem Privatleben. Doch während die Fähre Fahrt aufnimmt und die abgeklärten Protagonist*innen in «Das weisse Dorf» sich gegenseitig mit ihren polierten Lebensentwürfen konkurrieren, schleicht sich eine feine Unruhe in die lakonischen Dialoge ein.

Verknappte Emotionen

Die Kraft des Textes der österreichischen Autorin Teresa Dopler liegt in der minimalistischen Sprache und der scharfen Präzision: Zwei Personen, ein Ort, kein überflüssiges Wort. Seltsam wie ein gemeinsam gesprochener Monolog mutet das Gespräch der beiden oftmals an, denn Ruth und Jean sind fest entschlossen, ihre Emotionen nicht an Deck zu lassen. 2019 gewann Dopler mit «Das weisse Dorf» den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts. Der österreichische Regisseur Rudolf Frey bringt das Kammerspiel mit Christoph Kail und Katja Uffelmann in den Rollen von Jean und Ruth auf die Bühne des Theater an der Effingerstrasse.

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