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Unter Alkoholeinfluss verändern sich Charaktere, wie die Komödie zeigt. © Severin Nowacki
Theater an der Effingerstrasse, Bern

Hasch mich - ich bin der Mörder

Das Theater an der Effingerstrasse bringt «Die Affäre Rue de Loucine» von Eugène Labiche auf die Bühne. Mit Tempo und Witz, wie Regisseurin Susi Weber verspricht.

Vom Trunkenbold zum Unhold? Für den verheirateten, gut angesehenen Bürger Lenglumé wird das Erwachen nach einem Klassentreffen zum Horrortrip. Er liegt neben einem einstigen Schulkollegen und kann sich an nichts mehr erinnern. Die beiden Männer finden Kohlestückchen in den Hosen­taschen. Als sie aus der Zeitung erfahren, dass eine junge Kohlehändlerin tot in der Rue Lourcine aufgefunden wurde, stellt sich die Frage, ob einer von ihnen der Mörder ist. So die Ausgangslage in der Komödie «Die Affäre der Rue de Lourcine» von Eugène Labiche, die 1857 in Paris uraufgeführt wurde. Die derzeit meistgespielte deutsche Fassung stammt von Elfriede Jelinek. Das Theater an der Effingerstrasse hat nun die deutsche Regisseurin Susi Weber damit beauftragt, das Stück zu inszenieren.

Die 44-Jährige, die unter anderem dem 2010 verstorbenen Enfant Terrible Christoph Schlingensief bei dessen letzter Regie-Arbeit assistierte und normalerweise für grosse Bühnen inszeniert, freut sich auf die Herausforderung. Jelineks Fassung sei überzeichnet und komprimiert, aber nahe am Original dran.

Vom Spiesser zum Mörder

Labiche kritisierte in seinem Stück die Dogmen seiner Zeit und zeigte auf, dass unter Alkoholeinfluss auch ein Spiesser zum Mörder werden kann. «Das beschriebene menschliche Verhalten ist zeitlos», so Weber, die Komödien mit hohem Tempo liebt. Bühne und Kostüme (Isabel Graf) spielen subtil auf das 19. Jahrhundert an. Das Farb­konzept ist auf Schwarz, Weiss und Gelb reduziert, eine Vielzahl an Kronleuchtern, die auf unterschiedlichen Höhen gehängt wurden, nehmen die Bühne ein. Der 1984 im Burgenland geborene Schauspieler David Fuchs stellt die Hauptfigur Lenglumé dar. Mit 
Gulshan Sheikh als Ehefrau Norine ist auch eine beliebte Berner Schauspielerin mit von der Partie. Zuletzt war sie im Effinger­theater in einem Stück von 
Shakespeare zu sehen.

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