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Gabriel Schneider spielt in «Der grosse Diktator» Chaplins Rollen. © Annette Boutellier
Stadttheater Bern

Grössenwahnsinnige Gegensätze

Mit der ersten deutschsprachigen Bühnenadaption von Chaplins «Der grosse Diktator» bringt Konzert Theater Bern unter Cihan Inan einen der wichtigsten Filme überhaupt auf die Bühne. Gabriel Schneider spielt die Hauptrolle.

Als «The Great Dictator» von Charlie Chaplin, der darin Adolf Hitler und das Dritte Reich parodierte, im Jahr 1940 in Amerika in die Kinos kam, beeinflusste der Film nachweislich die Debatte um den Kriegseintritt der USA. In den Biografien von Chaplin und 
Hitler finden sich absurde Gemeinsamkeiten: So liegen etwa die Geburten der beiden nur vier Tage auseinander, beide stammten aus ärmsten Verhältnissen und durchlebten einen kometenhaften Aufstieg, mit dem sie die Weltgeschichte nachhaltig beeinflussten – der eine als Politiker, der andere als Künstler.

«Wir probieren nicht, den Film nachzuspielen. Damit kann man ja nur an die Wand fahren», sagt Gabriel Schneider, der am Stadttheater Bern unter der Regie des Schauspieldirektors Cihan Inan den Diktator Adenoid Hynkel und den jüdischen Friseur aus dem Ghetto verkörpert. Anders als im Film, spielen in «Der grosse Diktator» alle jeweils zwei Rollen: Eine aus dem Ghetto-Kontext und eine aus dem Hynkel-System, was auf die Austauschbarkeit von Feindbildern anspielt.

 

Naive Darstellung umgehen

In Inans Inszenierung wird zudem eine Erzählfigur (Chantal Le Moign) dazugenommen, um einer Schwäche des Films entgegenzuwirken: «Vieles wird bei Chaplin sehr naiv dargestellt, wie etwa der Blick ins KZ oder die Bilder aus dem Ghetto. Mit der Erzählerin lässt sich dies umgehen», sagt Ensemblemitglied Schneider, der vom Fachblatt «Theater heute» für zwei Rollen der vergangenen Spielzeit als bester Nachwuchsschauspieler genannt wurde.

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