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  Renato Kaiser bietet «Hilfe» per Stream.© Aissa Tripodi

Gott, die Welt und das WC

Das neue Bühnenprogramm «Hilfe» des Satirikers und Gewinners des Salzburger Stiers Renato Kaiser dreht sich um Überforderungen aller Art und wird live aus dem Bierhübeli Bern übertragen.

Männer schirmen ihren Penis beim Pinkeln ab, als handle es sich um den Pincode ihrer Bankkarte, und ein britisches Unternehmen baue unbequeme Toilettenschüsseln, um den Kloaufenthalt seiner Arbeitnehmer zu verkürzen: Für den Komiker Renato Kaiser wird das WC zum Schauplatz verletzlicher Männlichkeit und Raum von gesamtgesellschaftlicher Tragweite.

Neue Formate

Die Live-Übertragung ohne Publikum, wie sie das Bierhübeli anbietet, ist für Kaiser kein Neuland. Im vergangenen Corona-Jahr wurde er für digitale Auftritte gebucht, so etwa für geschäftliche Weihnachtsfeiern per Zoom. Dabei habe er gemerkt, dass ihm das Performen vor dem Bildschirm, trotz verzögerten Lachern, Spass macht. Umso erfreuter war er, dass im Bierhübeli, zusätzlich zu den verschobenen Live-Terminen, ein 40-minütiger Stream seines aktuellen Bühnenprogramms «Hilfe» ins Programm aufgenommen wurde.

Klick-Pedal und Bluetooth

Auf die Frage, worauf sich die Zuschauenden einstellen können, meint Kaiser, es gehe um Überforderungen jeglicher Art. Sei es das heimtückische Klick-Pedal beim Rennvelo oder der Moment, wenn die Yogalehrerin mit der Aufforderung «Schenk Dir diesen Moment» komme. Kaiser wird im Bierhübeli über Gott und die Welt sprechen, über Leben und Tod. Und über WC-Anlagen. «Die wichtigen Themen halt», so Kaiser. Ihn bewegt nebst den grossen, universellen Themen oft auch das Alltägliche. Momentan sei es das Phänomen Bluetooth: Die vermeintliche Vollkommenheit des Kabellosen. «Als Apple so selbstherrlich ihre Buchse umgebaut und gesagt hat: ‹mit Bluetooth klappt das schon, keine Sorge›, da haben wir ganz freiwillig und aktiv vergessen, dass Bluetooth noch nie funktioniert hat und haben fröhlich gerufen: ‹Au ja! Die Technologie, die uns schon seit Jahrzehnten nervt – lass uns die ab jetzt für alles nehmen!›», sagt Kaiser.

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